„Profis leisten was“ Die neuen Bundessieger kommen aus Bayern und Hessen

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Im Finale der deutschen Meisterschaft der Kfz-Mechatroniker und der Automobilkaufleute zeigten die Teilnehmer, dass sie mit Recht zur Elite in ihrem Beruf zählen. Die frisch gekürten Bundessieger haben ihren Beruf beide in einem VW-Autohaus gelernt.

Firmen zum Thema

Die beiden frisch gekürten Bundessieger: (v. l.) Marco Berklmeir bei den Autokaufleuten und Jonas Müller bei den Kfz-Mechatronikern. Geehrt wurden sie u. a. von ZDK-Geschäftsführerin Birgit Behrens.
Die beiden frisch gekürten Bundessieger: (v. l.) Marco Berklmeir bei den Autokaufleuten und Jonas Müller bei den Kfz-Mechatronikern. Geehrt wurden sie u. a. von ZDK-Geschäftsführerin Birgit Behrens.
(Bild: Schmidt/autoFACHMANN)

Das deutsche Kfz-Gewerbe hat zwei neue Bundessieger unter seinen Nachwuchskräften. In den berufsbezogenen praktischen Leistungswettbewerben „Profis leisten was“ (PLW) 2021 setzten sich im Finale der Kfz-Mechatroniker Jonas Müller aus Hessen und bei den Automobilkaufleuten Marco Berklmeir aus Bayern durch. Beide Meisterschaftsendrunden fanden in den Räumen der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen in Frankfurt am Main statt. Das Team um Claus Kapelke, Matthias Grieger und Rolf Schneider hatte den Wettbewerb organisiert. Sowohl Müller als auch Berklmeir zeigten hier mit ihren Leistungen, dass sie den Titel „Bundessieger“ mit Fug und Recht verdient haben.

Bei den Kfz-Mechatronikern traten in diesem Jahr Landessieger aus 13 Bundesländern gegeneinander an. Sie mussten an insgesamt zehn Stationen Aufgaben aus der Kfz-Elektrik und -Elektronik sowie aus der Mechanik lösen. Für die meisten Aufgaben hatten sie gerade einmal 20 Minuten Zeit, sich einzuarbeiten und dem Fehler auf die Spur zu kommen. In den Parcours waren auch zwei sogenannte Komplexaufgaben integriert. An diesen Stationen betrug die Arbeitszeit insgesamt eine Stunde und 20 Minuten, denn hier waren gleich mehrere Fehler zu finden und zu beheben beziehungsweise umfangreiche Prüfungen durchzuführen.

PLW 2021: Sieger aus Hessen und Bayern
Bildergalerie mit 30 Bildern

Die Komplexaufgaben sollen die Teilnehmer auf internationale Wettbewerbe wie die Euro Skills und World Skills vorbereiten. Die bestplatzierten Kfz-Mechatroniker beim PLW-Finale haben die Chance – wenn sie jung genug sind –, eine Wettkampfkarriere bei Europa- und Weltmeisterschaften zu starten. Aus diesem Grund mussten die jungen Fachkräfte an einer Station auch Englisch reden, was den meisten durchaus gut gelang.

Wichtige Systemkompetenz

Im Wesentlichen brauchten die Landesmeister Diagnose- und Systemkompetenz, um bei den vielfältigen Aufgaben zu punkten. Das erledigte Jonas Müller am besten. Besonders gut war er bei den Aufgaben, bei denen Diagnosekompetenz in der Fahrzeugelektronik gefragt war. Doch auch bei den Aufgaben, die eher die Mechanik betrafen, zeigte er keine großen Schwächen. Auf Platz zwei landete Sebastian Langer aus Brandenburg, Platz drei belegte Nathan Gabriel Kindilide aus Hamburg.

Der 22-jährige Müller hat seine Ausbildung beim Volkswagen-Autohaus Scherer + Rossel in Wiesbaden absolviert. Besonders hat ihm hier gefallen, dass ihm sein Ausbilder Thorsten Weber von Anfang an relativ freie Hand gelassen hatte. „Ich konnte oft das machen, wofür ich mich besonders interessierte.“ Am schwersten fand er im Leistungswettbewerb, den ganzen Tag hoch konzentriert zu bleiben. Sein Ergebnis zeigt, dass ihm das gut gelungen ist.

Beratungs- und Finanzkompetenz

Bei den Automobilkaufleuten lag der Fokus der Aufgaben auf der Beratungs- und Finanzkompetenz. Die sieben Kandidaten mussten sich mit Vertriebsthemen genauso gut auskennen wie mit der Fahrzeugfinanzierung. Außerdem mussten sie eine Unfallschaden-Abwicklung durchführen und ein Marketingkonzept für ein Autohaus erstellen.

Diesen Wettbewerb konnte Marco Berklmeir aus Bayern für sich entscheiden. Platz zwei errang Marius Broß aus Baden-Württemberg und den dritten Platz Edon Memaj aus Nordrhein-Westfalen.

Berklmeir bewies bei allen vier Aufgaben eine hohe Beratungs- und Sachkompetenz und zeigte mit einem Ergebnis von 96 Prozent eine fast perfekte Leistung. Er hat seine Ausbildung im Volkswagen-Autohaus Huttner in seinem bayerischen Heimatdorf Scheuring gemacht. Besonders schwierig fand er beim Wettbewerb den Themenkomplex Finanzierung, da er bei Huttner inzwischen im Service arbeitet. Wie Müller ist er aber von seinem Beruf so begeistert, dass er gerne im Kfz-Gewerbe bleiben und hier seine Karriere fortsetzen möchte. Damit erfüllen beide neuen Bundessieger den Wunsch von Jürgen Karpinski, den er in seiner Rede bei der Siegerehrung äußerte: „Bitte setzten Sie Ihren Erfolgsweg in unserer Branche fort. Mit Ihrer Leidenschaft, Ihrem Engagement und Ihrer Kreativität sind Sie wichtige Stützen für die Zukunft des Kfz-Gewerbes.“

(ID:47809587)