Interview mit dem ZDK-Vizepräsidenten Die Umsätze brechen weg

Das Gespräch führte Doris Pfaff

Das ablaufende Jahr stellte die Autobranche erneut vor große Herausforderungen. ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn betrachtet die aktuelle Lage sorgenvoll. Ein großes Problem für den stationären Handel seien die fehlenden Neuwagen.

ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn fürchtet, dass der Handel vorerst weiter mit den Lieferengpässen kämpfen muss.
ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn fürchtet, dass der Handel vorerst weiter mit den Lieferengpässen kämpfen muss.
(Bild: Michel/»kfz-betrieb«)

Redaktion: Herr Peckruhn, wie fällt die Bilanz für den Kfz-Handel 2021 aus?

Thomas Peckruhn: Fraglos wird das Autojahr 2021 wohl noch schlechter ausfallen als das Krisenjahr 2020. Statt des erhofften Durchstartens im zweiten Halbjahr ist die Aufholjagd wegen des Chipmangels schon wieder zu Ende, bevor sie richtig anfangen konnte. Die fehlenden Neuwagen führen zu einer weiterhin starken Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Diese ist dadurch inzwischen leergefegt, speziell bei jungen Gebrauchtwagen. Wir würden viel lieber die hohe Nachfrage nach Neufahrzeugen bedienen. Stattdessen müssen wir mit wirtschaftlich negativen Folgen rechnen, weil uns die Umsätze wegbrechen und die Bonusziele in vielen Fällen wohl kaum zu erreichen sein werden.

Welche Hilfen hat der Autohandel erhalten? Wo fehlte die Unterstützung?

Betroffene Unternehmen konnten sich um steuerliche Hilfen, Kredite der KfW und Überbrückungshilfen bemühen. Das alles hätten wir im Automobilhandel jedoch eher nicht gebraucht, wenn die Betriebe vom Öffnungsverbot ausgenommen worden wären. Das Infektionsrisiko war dort nicht größer als in den geöffneten Gartenmärkten oder Buchhandlungen. Statt das unsinnige Verkaufsverbot im Autohaus vor Ort immer wieder zu verlängern, hätte die Politik viel früher Öffnungsperspektiven aufzeigen müssen. Da ist viel Zeit verschwendet worden.