VW Bulli „Samba“ Die „VW-Kleinbus Sonderausführung“ startete vor 70 Jahren

Autor: Steffen Dominsky

Nach dem Zweiten Weltkrieg breiteten sich beide mit großem Erfolg über unseren Globus aus: der VW Bus und seine Nobelversion Samba, benannt nach dem afrobrasilianischen Gesellschaftstanz. Sie gilt heute als heiliger Gral unter den Bullis. Vor 70 Jahren feierte sie Premiere.

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Vor 70 Jahren stellte VW das Sondermodell des Bulli vor: Damals wie heute gilt der „Samba“ als Highlight der ersten Generation des VW-Busses.
Vor 70 Jahren stellte VW das Sondermodell des Bulli vor: Damals wie heute gilt der „Samba“ als Highlight der ersten Generation des VW-Busses.
(Bild: VWN)

Frankfurt am Main, 19.4.1951: Die IAA öffnet erstmals nach dem Krieg wieder die Tore. Volkswagen nutzt diese Gelegenheit und präsentiert sich auf einem 1.350 Quadratmeter großen Messestand. Das Unternehmen baut dort die Montagelinie des Käfer in Teilen nach, und eine bis dahin noch nie dagewesene, fast schon surreal wirkende Lichtinstallation beeindruckt die Besucher. In den Medien wird der Messestand gar zum „Tempel des Volkswagens“ geadelt, und das Konzept wird richtungsweisend für zukünftige Ausstellungen. Ein Highlight ist die Weltpremiere des neuen Personentransporters, den Volkswagen zum Verkaufsstart schlicht VW-Kleinbus „Sonderausführung“ nennt.

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Und die macht ihrem Namen alle Ehre: Für einen Aufpreis von anfangs fast 3.000 DM bekommt der Kunde einen exklusiven Strauß an Zusatzausstattungen. Außen erstrahlt der Personenlaster in einer Zweifarblackierung samt Aluminium-Dekorleisten und vorderer Stoßstange. Die bis dahin nur im Omnibussektor bekannte Rundum-Verglasung mit Oberlichtern macht den Bulli mit 23 Fenstern zum gläsernen Aussichtsbus. Passend dazu gibt es ein großes Faltschiebedach, das den Passagieren im Fond das Gefühl gibt, in einem Cabrio zu sitzen.

Plötzlich war er da, der Name

Die noble Innenausstattung mit bespannten Seitenverkleidungen und Chromornat schafft ein luxuriöses Ambiente. Die passende musikalische Unterhaltung der kleinen Reisegesellschaft kommt auf Wunsch aus einem Röhrenradio (Modell Auto-Super) im Armaturenbrett.

In den USA wird der Bus auch als Microbus „Deluxe“ vermarktet. In Deutschland bleibt man aber bescheiden bei „Sonderausführung “ bzw. ab 1952 bei der ebenso wenig emotionsgeladenen Bezeichnung „Sondermodell“. Für den fetzigen Namen „Samba“ sorgt aber sehr schnell der Kunde selbst, auch wenn die genaue Herleitung heute leider nicht mehr nachvollziehbar ist.

„Samba“ könnte von „Sonnendach-Ausführung mit besonderem Armaturenbrett“ oder auch „Sonder Ausführung mit besonderer Ausstattung“ abgeleitet worden sein – aber das ist reine Spekulation. Wahrscheinlicher ist die Namensgebung in Anlehnung an den damals so exotisch anmutenden wie Lebensfreude bringenden Tanz. Aber nicht nur der Volksmund betitelte den Luxus-Bulli so. In der niederländischen Preisliste wurde er 1954 erstmals offiziell „Samba“ genannt.

Erzielt heute astronomische Preise

Die Serienproduktion des VW Kleinbus „Sonderausführung“ beginnt am 27. Juni 1951 und endet im Juli 1967 nach fast 100.000 gebauten Exemplaren. Der älteste bekannte „Samba“ ist in privater Hand bei dem bekannten VW-Sammler Claus Eckhard v. Schmeling. Nahezu seine gesamte Historie ist belegbar. Sogar die Originalrechnung hat v. Schmeling noch. Verglichen mit den heutigen Marktpreisen mutet sie mit einer Höhe von 9.025 DM fast schon geschenkt an. Damals allerdings lag der Jahresdurchschnittslohn bei lediglich 3.579 DM.

Heute sind „Sambas“ gefragter denn je, was sich in den Preisen widerspiegelt. In den letzten Jahren erzielten bei Auktionen Modelle im Top-Zustand immer wieder schwindelerregende Höchstpreise. So liegt der bisher höchste erzielte Preis für einen Samba bei 302.500 US-Dollar (2017 beim Auktionshaus Barrett-Jackson). Grundsätzlich sollte der, der einen Samba erwerben möchte, auf eine nachvollziehbare Historie des Fahrzeugs achten. Denn nicht alles, was nach „Samba“ aussieht, ist auch als solcher produziert worden.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group