Diebe klauen gern Land Rover, aber kaum Opel

Autodiebstähle in Deutschland deutlich zurückgegangen

| Autor: Andreas Wehner

Autodiebe klauen immer hochwertigere Fahrzeuge
Autodiebe klauen immer hochwertigere Fahrzeuge ( © von Lieres - Fotolia)

Land-Rover-Fahrer müssen mehr als alle anderen in Deutschland um ihr Auto bangen. Von 1.000 kaskoversicherten Fahrzeugen wurden im vergangenen Jahr statistisch 4,5 gestohlen. Damit ist die Diebstahlrate bei dem britischen Geländewagenhersteller deutlich höher als bei allen übrigen Fabrikaten. Das geht aus der Kfz-Diebstahlstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Allein vom Range Rover 3.0 TD wurden im vergangenen Jahr 150 Stück geklaut – das entspricht einer Diebstahlrate von 57,4 pro 1.000 Pkw.

VW-Modelle wurden absolut gesehen 2014 am meisten gestohlen. Allerdings sind die Wolfsburger auch mit weitem Abstand Marktführer (zum Vergrößern bitte anklicken).
VW-Modelle wurden absolut gesehen 2014 am meisten gestohlen. Allerdings sind die Wolfsburger auch mit weitem Abstand Marktführer (zum Vergrößern bitte anklicken). (Quelle: GDV)

Wie im Vorjahr liegt Audi mit einer Diebstahlrate von 1,2 auf dem zweiten Platz der Hersteller. Es folgen BMW und Porsche (jeweils 0,9). Deutlich weniger Angst vor Autodieben müssen dagegen Opel-Fahrer haben: 2014 wurden mit rund 500 Stück knapp 20 Prozent weniger Opel gestohlen als im Vorjahr. Die Diebstahlrate sank dadurch auf 0,1 pro 1.000 kaskoversicherter Pkw. Den gleichen Wert weisen die Statistiker auch für Hyundai aus.

Im Bundesdurchschnitt lag die Diebstahlrate über alle Fabrikate hinweg bei 0,5. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 17.895 kaskoversicherte Autos geklaut. Damit ging die Zahl der Autodiebstähle im Vergleich zu 2013 um 4,8 Prozent zurück.

Diese Statistik deckt sich mit den vor zwei Monaten veröffentlichten Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA). Demnach registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 18.549 gestohlene Pkw – vier Prozent weniger als 2013. Die Ermittler beobachten zudem, dass Fahrzeuge seltener komplett ins Ausland verschoben werden, sondern stattdessen ausgeschlachtet und die Einzelteile im Internet zum Kauf angeboten werden.

Obwohl weniger Autos gestohlen wurden, blieb die insgesamt gezahlte Entschädigungssumme 2014 fast auf dem Niveau des Vorjahres. 262 Millionen Euro mussten die Versicherer für die gestohlenen Autos hinlegen. 2013 waren es 263,9 Millionen Euro. Der Grund: Die gestohlenen Fahrzeuge waren deutlich wertvoller als noch vor einem Jahr. Der durchschnittliche Wert eines geklauten Autos erreichte mit knapp 14.650 Euro eine neue Rekordhöhe (+4,3 %).

Im Vergleich der Bundesländer registrierten die Kfz-Versicherer deutlich rückläufige Diebstahlszahlen in Mecklenburg-Vorpommern (-34,7%), Brandenburg (-23,1%) und Bayern (-14,3%). Mehr Pkw gestohlen wurden hingegen im Saarland (+16,7%) und in Hessen (+6,8%).

Die mit weitem Abstand höchste Diebstahlrate weist die Statistik wie schon im vergangenen Jahr für Berlin aus. 2014 wurden allein hier mehr als 3.100 Autos gestohlen, was einer Diebstahlrate von 3,5 pro 1.000 kaskoversicherter Pkw entspricht. Die geringste Diebstahlrate – 0,1 pro 1.000 kaskoversicherter Pkw – verbucht der GDV für Bayern, wo 2014 nur rund 800 Autos geklaut wurden. Ausführlichere Statistiken zu den einzelnen Bundesländern finden Sie in unserer Bildergalerie. Der GDV bietet zudem auf seinem Internetauftritt eine interaktive Karte an.

Mofas und Mopeds werden besonders häufig gestohlen (zum Vergrößern bitte anklicken).
Mofas und Mopeds werden besonders häufig gestohlen (zum Vergrößern bitte anklicken). (Quelle: GDV)

Neben Pkw wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des GDV weitere 12.563 kaskoversicherte Fahrzeuge entwendet, darunter 7.226 motorisierte Zweiräder und 1.854 Lkw. Für die insgesamt 30.458 gestohlenen Fahrzeuge zahlten die Versicherer Entschädigungen in Höhe von 347,8 Millionen Euro.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 43657559 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Personalentwicklung: Diener und Ambassadoren

Personalentwicklung: Diener und Ambassadoren

Beim Premiumhändler Kestenholz erhält jeder Beschäftigte mit Kundenkontakt eine Butler-Weiterbildung. Die Führungskräfte des Mercedes-Benz-Autohauses müssen zusätzlich im Ausbildungszentrum der Schweizer Armee einrücken. lesen

Personalentwicklung: Jedermann ein Butler

Personalentwicklung: Jedermann ein Butler

Service macht den Unterschied. Doch längst nicht alle Kfz-Betriebe handeln entsprechend. Anders das Mercedes-Benz-Autohaus Kestenholz: Der Premiumhändler hat ein außergewöhnliches Weiterbildungsprogramm entwickelt. lesen