Diebe transportieren BMW in Einzelteilen ab

Autor Christoph Baeuchle

Im Vorfeld des deutsch-polnischen Polizeiabkommens hat die ungarische Polizei nochmals den Beweis geliefert, dass dies notwendig ist. Sie schnappten einen Transporter mit brisanter Fracht.

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An der ungarischen Grenze gestoppt: rumänischer Transporter mit einem zerlegten BMW X6.
An der ungarischen Grenze gestoppt: rumänischer Transporter mit einem zerlegten BMW X6.
(Foto: Police.hu)

Die ungarischen Polizisten haben jüngst gestaunt, als sie den alten Transporter an der Grenze öffneten: Rumänische Autodiebe wollten einen BMW X6 quasi als CKD-Bausatz in ihre Heimat schmuggeln. Sie hatten das Fahrzeug in Italien gestohlen, in seine Einzelteile zerlegt und dann weitestgehend in einen Transporter verpackt.

Medienberichten zufolge waren die Diebe kurz vor ihrem Ziel. Demnach konnten sie Italien und Österreich problemlos passieren, erst an der ungarischen Grenze flogen die Halunken auf.

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Zwar sind solche Transporte in Deutschland eher selten, doch in den Grenzregionen klagen Kfz-Betriebe verstärkt über Kriminalität. So hat sich das Kfz-Gewerbe Bayern bereits an den bayerischen Innenminister gewandt und um mehr Unterstützung im Kampf gegen Einbrüche in Autohäuser zu erhalten.

Die Mitgliedsbetriebe der Kfz-Innung Oberlausitz klagen seit längerem über Einbrüche und Diebstähle im Grenzgebiet. Und über die Tatenlosigkeit der Politik. Etwas Besserung könnte der nun unterzeichnete Polizeivertrag zwischen Deutschland und Polen bringen.

Das neue Abkommen verbessert die rechtlichen Grundlagen für eine engere grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Polizei-, Grenz- und Zollbehörden beider Länder. Es enthält erweiterte Möglichkeiten des Handelns im Hoheitsgebiet der jeweils anderen Partei, etwa im Wege der Durchführung gemeinsamer Streifen.

Ein weiterer Vertrag ist mit Tschechien geplant. „Die Verhandlungen laufen gut. Wir wollen bis Ende des Jahres das Abkommen schließen“, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage von »kfz-betrieb«.

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