Diesel-Affäre stoppt deutsche Hoffnungen

Autor: Christoph Baeuchle

Die VW-Diesel-Affäre hat die jahrelangen Bemühungen der deutschen Hersteller in den USA ausgebremst. Der VDA rechnet mit erheblichem Schaden und erwartet stagnierende Absatzzahlen.

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Die VW-Diesel-Affäre erschwert die Situation der deutschen Hersteller in den USA.
Die VW-Diesel-Affäre erschwert die Situation der deutschen Hersteller in den USA.
(Foto: Archiv)

Die Diesel-Affäre macht den deutschen Herstellern in den USA erheblich zu schaffen. „Die Diesel-Strategie, die die deutsche Automobilindustrie seit vielen Jahren insbesondere auf dem wichtigen US-Markt verfolgt, wurde durch die Vorgänge in einem großen Unternehmen erheblich beschädigt“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann laut Redemanuskript im Rahmen der Detroit Motor Show.

Entsprechend skeptisch gehen die deutschen Hersteller ins laufende Jahr: Für 2016 erwarten sie trotz eines steigenden Gesamtmarkts allenfalls eine Stagnation. Der Verband rechne erneut mit einem Absatz von 1,4 Millionen deutschen Fahrzeuge, so Wissmann.

Damit können die deutschen Hersteller nicht mit der erwarteten Marktentwicklung mithalten. Nicht zuletzt aufgrund des niedrigen Ölpreises wird der Absatz seine positive Entwicklung aus dem vergangenen Jahr fortsetzen, wenn auch verlangsamt: „Insgesamt wird nach unseren Prognosen der US-Markt 2016 leicht zunehmen – auf 17,5 Millionen Fahrzeuge“, prognostiziert Wissmann. Dies entspricht einem Zuwachs von rund einem Prozent.

Doch die deutschen Autobauer hoffen, das Manko der VW-Diesel-Affäre bald wieder abstreifen zu können. „Mittelfristig rechne ich mit einem weiteren Wachstum der deutschen Marken auf dem US-Markt“, stellte Wissmann klar, ohne die Erwartungen zu spezifizieren.

Im vergangenen Jahr hatten die deutschen Marken allerdings an Boden verloren: Zwar stiegen ihre Verkäufe um 2 Prozent auf rund 1,4 Millionen Light Vehicles. Doch der US-Markt entwickelte sich wesentlich schneller. Unterm Strich schmolz der Marktanteil der deutschen Hersteller um 0,3 Punkte auf 8 Prozent.

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 Christoph Baeuchle

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Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände