Diesel-Barometer: Autokäufer sind verunsichert

Endverbraucher fühlen sich schlecht informiert

| Autor: Andreas Wehner

(Bild: Seat)

Endverbraucher stehen dem Diesel immer skeptischer gegenüber. Nur 16 Prozent der Privatpersonen, die aktuell vor einem Autokauf stehen, tendieren derzeit zum Diesel. Das besagt der „Diesel-Barometer“ der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) – eine repräsentative Umfrage unter Endverbrauchern, die den Kauf eines Fahrzeugs planen. 19 Prozent würden sich demnach für ein Hybridmodell entscheiden, mit 60 Prozent die deutliche Mehrheit jedoch für einen Benziner.

Allerdings schieben viele den Autokauf auch hinaus, weil sie sich in der aktuellen Diskussion um mögliche Fahrverbote nicht ausreichend informiert fühlen. Jeder Vierte zögert der Studie zufolge, um zunächst die weitere Entwicklung abzuwarten.

Gleichzeitig rechnen 25 Prozent der Dieselbesitzer mit sinkenden Verkaufspreisen und wollen ihr Fahrzeug schnell loswerden. Die Preise von gebrauchten Selbstzündern gehen jedoch nur leicht zurück. Die dreijährigen Diesel-Gebrauchtwagen lagen laut DAT-Analyse im Mai noch bei 55,2 Prozent des ehemaligen Listenneupreises – 0,2 Prozentpunkte weniger als im April. Im Januar lang dieser Wert noch bei 56,0 Prozent.

Problematischer für den Handel sind jedoch die gestiegenen Standzeiten. Jeder Diesel-Pkw stand im Mai durchschnittlich 99 Tage beim Händler– fünf Tage mehr als noch im Vormonat April. Bei Benzinern ist die durchschnittliche Standzeit dagegen 14 Tage kürzer.

„Die Verunsicherung der Endverbraucher über die Zukunft des Diesels erreicht besorgniserregende Dimensionen. Angesichts der zum Teil sehr emotional sowie einseitig geführten, nicht alle Fakten zur Entwicklung von Emissionen berücksichtigenden und auch in der Regel ergebnisoffenen Diskussionen in den Medien wundert mich diese Entwicklung nicht wirklich“, sagte Jens Nietzschmann, DAT-Geschäftsführer Inland und Sprecher der Geschäftsleitung.

Die DAT hat begleitend zum Diesel-Barometer einen Experten-Arbeitskreis Diesel ins Leben gerufen, der mit Vertretern von Automobilbetrieben aus ganz Deutschland besetzt ist. Diese wünschen sich laut DAT-Mitteilung ein Ende der den Diesel generell verteufelnden Berichterstattung in den Medien. Um Bedeutung des Diesels für das Erreichen der Klimaziele zu betonen, sei eine Kommunikationsoffensive der Hersteller und Importeure wünschenswert, heißt es. Aus Sicht des Arbeitskreises spielten die Maßnahmen der Industrie, die in den letzten Jahren bereits zu einer deutlichen Reduzierung der Emissionen geführt hätten, in der öffentlichen Diskussion nahezu keine Rolle.

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