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Diesel-Hoffnung in Stuttgart

| Autor: Christoph Baeuchle

In kaum einer Stadt tobt die Diesel-Debatte so sehr wie in Stuttgart. Jetzt haben die Schwaben neue Hoffnung: Ein flächendeckendes Fahrverbot für Euro-5-Diesel kommt möglicherweise nicht. Das stärkt auch die Zuversicht für das Autojahr 2019.

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Neues Team beim Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg: (v.li.) Carsten Beuß (Hauptgeschäftsführer), Birgit Leicht (Landespressesprecherin) und Michael Ziegler (Präsident).
Neues Team beim Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg: (v.li.) Carsten Beuß (Hauptgeschäftsführer), Birgit Leicht (Landespressesprecherin) und Michael Ziegler (Präsident).
(Bild: Baeuchle / »kfz-betrieb«)

Geht es um Diesel und Fahrverbote ist Stuttgart – leider – Vorreiter. Doch nach zahlreichen Diskussionen um Diesel und Fahrverbote, Messstellen und Emissionsgrenzen ist das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg zuversichtlich, dass das schlimmste verhindert werden kann: „Es gibt berechtigte Hoffnung, flächendeckende Fahrverbote für Euro-5-Diesel zu verhindern“, sagte Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, bei der Jahrespressekonferenz des Kfz-Landesverbandes. Bislang sollen sie noch Anfang nächsten Jahres kommen.

Die Hoffnungszeichen sind vielfältig, sowohl bundesweit als auch regional. In Gelb-Westen-Manier gehen die Stuttgarter Fahrverbotsgegner auf die Straße und bei den Parteien im schwäbischen Landtag werden die Fahrverbotsgegner ebenfalls mehr.

Doch am Fahrverbot für Diesel der Norm Euro-4 und älter lässt sich zunächst nichts mehr ändern. Seit Anfang des Jahres gilt dies für Besucher der Schwaben-Metropole, ab Anfang April auch für Einwohner. Vom Verbot sind zahlreiche Kfz-Betriebe direkt betroffen, doch „bislang sind noch keine großen Auswirkungen zu spüren“, so Ziegler.

Anders sieht es in der Bilanz vom Vorjahr aus, wo die Diesel-Diskussion deutliche Spuren hinterlässt. Der Gesamtumsatz mit Neu- und Gebrauchtwagen sowie Service lag 2018 bei 32,3 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 2,5 Prozent.

Händlerrendite gesunken

Mit einem Umsatz von 24,4 Milliarden Euro (+2,1 %) fallen rund 75 Prozent davon auf Autohäuser und Werkstätten. „Wir verbuchen es unter den derzeitigen Rahmenbedingungen als besonderen Erfolg, dass drei von vier Euro, die im Kfz-Markt umgesetzt werden, über unsere Kfz-Betriebe laufen“, freut sich Ziegler. Allerdings bleibt unterm Strich weniger hängen: Nach einer Händlerrendite von rund 1,5 Prozent in 2017, lag sie im vergangenen Jahr lediglich bei 1,0 bis 1,3 Prozent.

Zum Umsatz des Kfz-Gewerbes hat der Pkw-Handel mit 9,7 Milliarden Euro (+4,1 %) am meisten beigetragen, gefolgt vom Gebrauchtwagenhandel mit 8,8 Milliarden Euro (-1,4 %) und dem Service mit 4,4 Milliarden Euro (+4,6 %).

Nach einem kleinen Plus im vergangenen Jahr könnte es für die gut 4.200 (-1,6 %) baden-württembergischen Autohäuser und Werkstätten 2019 schwerer werden. Vor allem für den Neuwagenabsatz, der 2018 bei 480.100 Pkw lag. „Es wäre schon ein Erfolg, auf dem Vorjahresniveau zu bleiben, zu erwarten ist allerdings eher ein leichter Rückgang der Nachfrage nach neuen Autos“, befürchtet Ziegler. Zum Jahresbeginn stotterte auch der Service und lag bei der Werkstattauslastung drei Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Spitze sind die Autohäuser und Werkstätten bei der Ausbildung: Im Südwesten haben im vergangenen Jahr 3.045 Jugendliche eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker (+6,5 %) oder zum Automobilkaufmann (+7,8 %) begonnen. „Das spricht sowohl für die Attraktivität der Autoberufe wie für uns als zukunftsstarke Arbeitgeber“, betonte Birgit Leicht, Landespressesprecherin Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg.

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