Diesel-Krise schweißt das Kfz-Gewerbe zusammen

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Die Zeiten der Missstimmung haben die Kfz-Innung Freiburg und der Kfz-Landesverband Baden-Württemberg hinter sich gelassen. Beide Seiten wissen, was sie aneinander haben. Dazu hat ein schwieriges Thema wesentlich beigetragen.

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Ziehen an einem Strang: (v.li.) Erhardt Bender (Geschäftsführer), Rolf Buselmeier (Obermeister; beide Kfz-Innung Freiburg) und Carsten Beuß (Hauptgeschäftsführer Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg).
Ziehen an einem Strang: (v.li.) Erhardt Bender (Geschäftsführer), Rolf Buselmeier (Obermeister; beide Kfz-Innung Freiburg) und Carsten Beuß (Hauptgeschäftsführer Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg).
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Hat es einst zwischen der Kfz-Innung Freiburg und dem Landesverband Baden-Württemberg gekriselt, zieht man nun wieder gemeinsam an einem Strang und weiß, was man aneinander hat. Dazu haben auch die Fahrverbote beigetragen, die in Baden-Württemberg drohen und zum Teil schon umgesetzt sind.

„Was der Landesverband in der Frage der Dieselfahrverbote leistet, ist ohne Beispiel“, lobt Erhardt Bender, Geschäftsführer der Kfz-Innung Freiburg, auf der Mitgliederversammlung im Breisgau. Der Landesverband habe die Position des Kraftfahrzeuggewerbes und seiner Mitglieder ausgezeichnet gegenüber der Politik vertreten. Dazu ist aus Benders Sicht ein starker und engagierter Landesverband notwendig gewesen.

Für die Kfz-Innung Freiburg bedeutet dies eine grundlegende Kehrtwende. 2013 diskutierten die Mitglieder der Kfz-Innung über den Austritt aus dem Landesverband und damit aus der gesamten Verbandsorganisation. Erste Maßnahmen für den Schritt wurden bereits eingeleitet. Doch Kfz-Innung und Landesverband ließen den Dialog nie abreißen und führten konstruktive Gespräche. „Heute bin ich froh, dass wir nicht ausgetreten sind!“, stellt Bender klar. Die Arbeit des Landesverbandes sei ohne Alternative.

Dies wird man beim Landesverband gerne hören. Auf der Freiburger Mitgliederversammlung informierte Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, über die aktuelle Entwicklung der Dieseldiskussion und der Fahrverbote. „Wir wollen flächendeckende Fahrverbote für Euro-5-Diesel gemeinsam mit dem Land und der Stadt Stuttgart verhindern.“ Punktuelle Verbote seien aber weiterhin möglich. Nicht zuletzt, weil mit einer Verschärfung der Grenzwerte weiter zu rechnen ist.

Die Kfz-Innung Freiburg steht seit 2009 unter der Leitung von Geschäftsführer Bender. Seither änderte sie ihre Strukturen und wurde mehr und mehr zum Dienstleistungsunternehmen für ihre Mitglieder. Zudem hat sie ihre Finanzen neu geordnet. Für das abgelaufene Jahr erhalten die Mitglieder bereits zum dritten Mal eine Gutschrift auf die Summe ihrer abgerufenen Leistungen aus der Wirtschaftsgesellschaft der Innung. Der Betrieb muss dazu im gesamten Jahr Mitglied gewesen sein. Der Gesamtbetrag ist auf 100.000 Euro gedeckelt.

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