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Diesel-Nachrüstung: Viele Kunden würden dafür zahlen

Autor: Jens Rehberg

Überraschend viele Verbraucher haben im Rahmen der aktuellen Diesel-Umfrage der DAT gesagt, dass sie sich an einer Nachrüstung ihrer Selbstzünder auch finanziell beteiligen würden, falls damit ein Fahrverbot umgangen werden könnte.

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Der ADAC hat die Wirksamkeit von SCR-Nachrüstsystemen in einem Test bereits bestätigt.
Der ADAC hat die Wirksamkeit von SCR-Nachrüstsystemen in einem Test bereits bestätigt.
(Bild: Twintec Baumot)

38 Prozent der Verbraucher würden sich an einer technischen Nachrüstung ihres Dieselfahrzeugs finanziell beteiligen, wenn sie damit Fahrverbote umgehen können. Dies ist ein Ergebnis aus dem aktuellen „Diesel-Barometer“ der DAT, der auf einer repräsentativen Online-Befragung des größten deutschen Marktforschungsinstituts, der GfK, aufbaut. Demnach wären in der Tat die mancherorts drohenden Fahrverbote der Hauptgrund für die überraschend breite Bereitschaft, das Portemonnaie zu öffnen. Der Werterhalt des Dieselfahrzeugs sowie der Umstand, sich nicht von seinem aktuellen Auto trennen zu müssen, seien weniger oft als Grund für die Zahlungsbereitschaft genannt worden.

Auf die Frage, was die wahrscheinlichste Antriebsart beim nächsten Kauf sein werde, haben 15 Prozent aller Befragten den Diesel angegeben. Vor einem halben Jahr hatte die GfK im Rahmen des Dieselbarometers diese Frage schon einmal gestellt – zu diesem Zeitpunkt hätten nur 11 Prozent einen Diesel gewählt. Unter den Dieselfahrern würden sich 40 Prozent erneut für einen Diesel entscheiden – das entspricht einer deutlichen Steigerung um 11 Prozentpunkte im Vergleich zur Befragung vor sechs Monaten.

Dabei wirkten sich auch die derzeit verschwommenen Signale aus der Verkehrspolitik auf die Umfrageergebnisse aus: 34 Prozent derjenigen, die aktuell einen Fahrzeugkauf planen, zögern die Kaufentscheidung hinaus. Hauptgrund dafür ist die konfuse Diskussion um Fahrverbote.

Unterdessen hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) am Mittwoch scharfe Kritik an den durch die Medien bekanntgewordenen, neuen Dieselplänen der Bundesregierung geübt. Der Weg Richtung Hardware-Nachrüstung sei zwar richtig, aber der Zeitrahmen werfe Fragen auf. Zudem sei die Beschränkung auf die im Konzept benannten „Intensivstädte“ eine „deutliche Diskriminierung und kalte Enteignung derjenigen Dieselhalter, die nicht zu diesem Kreis zählen.“

Der Verband fürchtet, dass durch die von Verkehrsminister Andreas Scheuer favorisierte Umweltprämie und Rückkaufverpflichtung noch mehr alte Diesel auf den ohnehin vollen Höfen der Händler landen. Maßnahmen sollten nicht dahin führen, mittelständischen Kfz-Unternehmen noch zusätzlich inakzeptable Lasten aufzuerlegen, stellte der ZDK-Vorstand klar. Ob Rückkauf, Abwicklung oder Prämien – mit diesen Mitteln würden anderweitige Versäumnisse eindeutig auf den Schultern des Autohandels ausgetragen.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«