Diesel-Neuzulassungen fallen stärker denn je

Autor: Andreas Wehner

Die Zahl der Neuzulassungen von Diesel-Pkw ist im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 25,4 Prozent gesunken. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Dieselkrise. Auch insgesamt war der Pkw-Markt im vergangenen Monat rückläufig. Für das erste Quartal ist die Bilanz dennoch positiv.

Firmen zum Thema

(Bild: Wehner / kfz-betrieb)

Die Neuzulassungen von Diesel-Pkw sind weiter im Sinkflug. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im März in Deutschland 25,4 Prozent weniger Selbstzünder registriert als im Vorjahresmonat. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Dieselkrise. Der Diesel-Anteil ging auf 31,4 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag er noch bei 40,6 Prozent.

Der deutsche Pkw-Markt war im vergangenen Monat insgesamt rückläufig. 347.433 Einheiten entsprachen einem Minus von 3,4 Prozent im Vergleich zum März 2017, wie das KBA am Mittwoch mitteilte. Mit dafür verantwortlich waren jedoch zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahresmonat. Im gesamten ersten Quartal steht mit 878.611 Einheiten immer noch ein deutliches Plus von 4,0 Prozent in der Zulassungsbilanz. Das war das beste Ergebnis seit dem Jahr 2000.

Unter den deutschen Marken legten im März lediglich drei zu. Smart verbuchte mit plus 15,8 Prozent das größte Wachstum, gefolgt von Mini (+4,3 %) und Volkswagen (+1,8 %). Die übrigen einheimischen Hersteller mussten Rückgänge hinnehmen, die bei Opel (-23,4 %), Porsche (-13,9 %) und Audi (-12,8 %) zweistellig ausfielen.

Ein Opel-Sprecher sagte auf Anfrage, der deutliche Volumenrückgang im März sei neben den fehlenden zwei Werktagen unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Hersteller sich nach seiner neuen Vertriebsstrategie auf die profitableren Vertriebskanäle konzentrieren wolle. Im Privat- sowie im Flottenkanal habe man den Absatz im März deutlich steigern können.

Unter den Import-Marken legten Mitsubishi (+42,5 %), Honda (+22,4 %), Alfa Romeo (+12,7 %) und Hyundai (+10,8 %) am deutlichsten zu.

„Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Februar hat die Sorgen vieler Neuwagenkäufer und damit den Abwärtstrend beim Diesel-Absatz noch verstärkt“, kommentiert Peter Fuß vom Beratungsunternehmen EY die KBA-Zahlen. Auch wenn es in der Praxis wohl nur zu vereinzelten und zeitlich begrenzten Fahrverboten kommen werde, stehe inzwischen in der öffentlichen Wahrnehmung ein großes Fragezeichen hinter der Zukunftsfähigkeit der Diesel-Technologie.

(ID:45228853)

Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur Newsdesk Automotive