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Dieseldiskussion braucht klare Fakten

| Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

In der Diskussion um den Diesel und Fahrverbote ist es kaum noch möglich, den Überblick zu behalten. Was ist wahr? „Es wird viel gelogen“, kritisierte Obermeister Thomas Lundt beim Neujahrsempfang der Kfz-Innung Berlin. Er legte den Finger in die Wunde.

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Obermeister Thomas Lundt beim traditionellen Neujahrsempfang der Kfz-Innung Berlin.
Obermeister Thomas Lundt beim traditionellen Neujahrsempfang der Kfz-Innung Berlin.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Die mediale Debatte rund um Diesel, Emissionen und Fahrverbote hat viele Autofahrer verunsichert. Das hat viele Gründe. Völlig konträre Aussagen von Seiten der Politik, der Industrie und des Umweltschutzes hat Berlins Kfz-Obermeister Thomas Lundt ausgemacht. Beim traditionellen Neujahrsempfang seiner Innung meinte er, dass in diesem Zusammenhang viel gelogen werde.

Wie zahlreiche andere Vertreter der Kfz-Branche forderte auch Lundt, die Diskussion zu versachlichen und zu den Fakten zurückzukehren. Vom Berliner Senat forderte er, Rad- und Autofahrer nicht länger gegeneinander auszuspielen, so dass diese sich feindschaftlich gegenüberstünden. „Beide können und sollen parallel existieren“, lautet das Credo des Funktionärs.

Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, verwies Lundt auf die Situation in den USA. Denn dort wird anders mit den Grenzwerten umgegangen. Selbst im umweltbewussten US-Bundesstaat Kalifornien sind die Grenzwerte für Luftschadstoffe höher als in Deutschland. Ein Beispiel: Während in den USA der Jahresmittelwert für Stickoxide bei 103 Mikrogramm liegt, hat die Europäische Union als Obergrenze auf den Straßen einen Wert von 40 Mikrogramm angesetzt. Ganz anders am Arbeitsplatz: Während hier in den USA lediglich 60 Mikrogramm erlaubt sind, sollen in Europa 950 Mikrogramm nicht überschritten werden.

Klar scheint: Würden auf deutschen Straßen die amerikanischen Grenzwerte gelten, hätte keine Stadt ein Fahrverbot. Nach Ansicht Lundts befinden sich zudem die Messstellen in Deutschland an den falschen Stellen. Im Ausland werde in einigem Abstand gemessen, in Deutschland dagegen „fast schon im Auspuff der Fahrzeuge“.

Als Mitverursacher des bundesweiten Diesel- und Fahrverbotschaos sieht der Kfz-Obermeister die Deutsche Umwelthilfe. Er bezeichnete sie als Abmahnverein, der sich – gedeckt durch den Gesetzgeber – die Taschen fülle.

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