Dieselfahrverbot in Mainz verschoben

Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz fordert neue Gutachten

| Autor: Doris Pfaff

Eigentlich sollte es in Mainz ab 1. Juli ein streckenbezogenes Dieselfahrverbot geben. Die Stadt Mainz und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verständigten sich nun darauf, das Fahrverbot für Dieselfahrzeuge um zunächst drei Monate zu verschieben. Anlass gaben die aktuellen Messwerte, die durch den Einbruch des Verkehrs während des Corona-Shutdowns in der Mainzer Innenstadt auf eine verbesserte Luftqualität hinweisen.

Verkehrsdezernentin Katrin Eder und der Geschäftsführer der DUH, Jürgen Resch, betonen, am gemeinsamen Ziel festzuhalten, den europäischen Grenzwert für Stickoxide in Mainz einzuhalten. Die Stadtverwaltung werde den Luftreinhalteplan mit der Erweiterung auf die Rheinachse wie geplant fertigstellen.

Beim Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes sorgte die Nachricht vom Aufschub für Erleichterung. Die Verbandsverantwortlichen hoffen auf ein Umdenken dank des Zeitgewinns. „Mit dieser Verschiebung hat die Stadt Mainz Spielraum gewonnen für neue Gutachten, die das geplante Fahrverbot möglicherweise noch verhindern können“, sagt Landesverbandspräsident Hans Werner Norren. Er schätzt, dass von einem Fahrverbot die Halter etwa ein Viertel aller Pkws vor Ort betroffen wären. „Wenn diese Menschen die Stadt nicht mehr gut erreichen, bleibt die Wiederbelebung des Einzelhandels reine Wunschvorstellung“, so Norren.

Konkret geht es um rund 600.000 Fahrzeuge. Vor allem Geringverdiener mit älteren Autos wären laut Norren die Leidtragenden eines Fahrverbots, weil sie nicht in der Lage wären, ein Neufahrzeug anzuschaffen. Für sie wäre eine staatlich geförderte Hardware-Nachrüstung sinnvoll. Doch dafür sei die NOx-Belastung in Mainz wiederum noch nicht hoch genug.

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