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Dieselgate: US-Justiz klagt vier ehemalige Audi-Manager an

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Zwei frühere VW-Manager sitzen wegen ihrer Mitschuld an Dieselgate bereits in den USA in Haft. Nun will die Justiz dort auch ehemalige hochrangige Mitarbeiter von Audi zur Rechenschaft ziehen. Sofern sich diese in Deutschland befinden, müssen sie vorerst allerdings wenig befürchten.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die US-Justizbehörden wollen in der Dieselgate-Affäre rund um den Volkswagen-Konzern nun auch mutmaßliche Verantwortliche von Audi zur Rechenschaft ziehen. Gegen vier Ex-Mitarbeiter der VW-Tochter wurde Anklage erhoben, wie das zuständige Gericht in Detroit am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Bei den Beschuldigten handelt es sich laut Anklageschrift um ehemalige hochrangige Führungskräfte, die bei Audi etwa für die Motoren- und Dieselentwicklung zuständig waren. Der ehemalige Vorstandschef Rupert Stadler ist nicht darunter. Einer der Männer soll ein früherer Technikvorstand der Ingolstädter sein.

Die vier Männer sowie ein bereits 2017 in Detroit angeklagter leitender Audi-Ingenieur seien Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen, heißt es. Sie hätten die Abgaswerte der Dieselmotoren für die großen Audi-Modelle A8, A7, A6, Q5 und Q7 geschönt und damit gegen US-Umweltgesetze verstoßen und Autokäufer betrogen.

Der Ex-Manager hatte seinen Vorstandsposten in Ingolstadt 2016 schon nach wenigen Monaten wieder räumen und den VW-Konzern verlassen müssen, weil er von den Manipulationen gewusst habe. Die US-Staatsanwälte werfen ihm nun vor, als Leiter der Audi-Motorenentwicklung ab 2013 die Abgas-Tricksereien bewusst verschleiert zu haben.

Ein Audi-Sprecher sagte am Freitag: „Wir kooperieren weiter mit dem US-Justizministerium bei seinen Ermittlungen, was das Verhalten von Einzelpersonen betrifft.“ Audi hatte 2017 Bußgelder in den USA akzeptiert und zivilrechtliche Vergleiche geschlossen. Der Diesel-Skandal kostete die VW-Tochter allein in den USA 2,2 Milliarden Euro. VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden eingeräumt, mit Hilfe einer speziellen Software in großem Stil bei der Messung von Abgaswerten getrickst zu haben. Der Konzern gab später auch ein Schuldgeständnis bei Gericht ab.

Beschuldigte dürften in Deutschland sicher sein

Bei einem US-Prozess würden den angeklagten Ex-Audi-Angestellten harte Strafen drohen. Zwei frühere VW-Mitarbeiter wurden bereits wegen Mitschuld an der Affäre zu über drei beziehungsweise sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Laut Justizkreisen erschien aber keiner der Beschuldigten bei Gericht, was bedeutet, dass die Männer nicht in Haft sind.

Womöglich befinden sie sich wie eine ganze Reihe Angeklagter - darunter auch Ex-VW-Chef Martin Winterkorn – in Deutschland, von wo keine unmittelbare Auslieferung droht.

Auf Konzernebene hat VW die rechtliche Aufarbeitung der Abgas-Affäre in den USA nach einigen teuren Kompromissen mit Behörden und privaten Sammelklägern weitgehend abgeschlossen. Der Konzern musste wegen des Skandals hohe Strafen zahlen und hat für Vergleiche in Nordamerika schon über 25 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht. Die US-Justiz hatte jedoch bereits deutlich gemacht, dass die Sache damit nicht ausgestanden ist und die Ermittlungen gegen die verantwortlichen Köpfe hinter dem Betrug andauern.

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