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Dieselkrise: Autohaus Schmidt aus Halle ist insolvent

| Autor: Jakob Schreiner

Das Autohaus Schmidt (Honda, Kia und FCA-Marken) mit drei Standorten in und um Halle hat im März einen Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren gestellt. Einen Grund dafür sieht der Insolvenzverwalter in den Auswirkungen der Dieseldebatte.

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Das Autohaus Schmidt war lange Zeit Honda-Exklusivehändler.
Das Autohaus Schmidt war lange Zeit Honda-Exklusivehändler.
(Bild: Archiv: Vogel Business Media)

Das Auto- und Motorradhaus Schmidt aus Halle ist in finanzielle Schieflage geraten. Für die Insolvenz seien mehrere Faktoren verantwortlich, „letztendlich hat wohl die Dieselkrise die Insolvenz ausgelöst“, sagte der zuständige Insolvenzverwalter Herbert Feigl auf Nachfrage von »kfz-betrieb«. Laut Feigl sei die aussichtsreichste Option einen der drei Standorte zu verkaufen, um mit den Erlösen die Schulden zu begleichen und die beiden übrigen Standorte fortführen zu können.

Das Autohaus Schmidt betreibt Filialen in Rothenschirm/Eisleben sowie zwei Standorte in Halle, von denen einer laut Berichten der „Mitteldeutschen Zeitung“ zum Verkauf steht. Weiter heißt es, dass Geschäftsführer Olaf Schmidt ausschloss, schlecht gewirtschaftet zu haben. Er meinte, von der Zahlungsunfähigkeit überrascht worden zu sein – nichts habe sich angebahnt. Konkreter wurde der Unternehmer aber nicht. Man müsse die Gründe noch genau analysieren – in zwei Monaten wisse man mehr.

Fest steht laut dem Bericht, dass auf den Höfen der drei Schmidt-Standorte bis zu 500 Dieselfahrzeuge stehen, die sich nur schwer verkaufen ließen. Neben Autos und Motorrädern von Honda vertreibt der Händler außerdem Kia und die FCA-Marken Alfa Romeo, Jeep, Fiat und Abarth. Zwar sei Honda nicht so stark im Dieselsegment – die anderen Fabrikate dagegen aber schon und deren Verkauf sei eingebrochen, so Schmidt weiter. Laut KBA-Zahlen lag der Dieselanteil bei Honda im vergangen Jahr bei rund 17 Prozent, bei den FCA-Marken zwischen 40 und 60 Prozent.

Mit welchen Investoren konkret verhandelt wird, geht aus den Berichten nicht hervor. Laut dem Insolvenzverwalter Feigl sei ein Fortbestehen des Unternehmens im Interesse Hondas. Der Importeur verhalte sich „sehr vernünftig“ und sei „auch an der Sanierung interessiert“.

Honda Deutschland hatte bereits im März 2013 den ehemaligen Schmidt-Standort in Leipzig übernommen und damals seine zweite Niederlassung eröffnet. Das 1990 gegründete Auto- und Motorradhaus Schmidt, das lange Zeit Honda-Exklusivhändler war, hatte den Vollfunktionsbetrieb im Jahr 2007 errichtet und rund 5,5 Millionen Euro investiert.

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 Jakob Schreiner

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Redakteur Ressort Service & Technik