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Dieselnachrüstung als Schadensbegrenzung

| Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Die Diesel-Diskussion und Fahrverbote macht den Kfz-Betrieben weiter zu schaffen. Vor allem weil die Höfe nach wie vor mit Euro-5-Fahrzeugen voll stehen. Aus Sicht des baden-württembergischen Landesverbandspräsidenten Michael Ziegler begrenzt die Nachrüstung die Schäden zumindest ein wenig.

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Präsident Michael Ziegler bei der Delegiertenversammlung 2018 des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg.
Präsident Michael Ziegler bei der Delegiertenversammlung 2018 des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Für den Präsidenten des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, Michael Ziegler, stellt die Nachrüstung mit Blick auf die Kfz-Betriebe „Schadensbegrenzung“ dar. Etwas anderes sei beim Stand der Dinge in Sachen Fahrverbote nicht mehr möglich, sagte Ziegler bei der Delegiertenversammlung des baden-württembergischen Kfz-Landesverbandes. Für die Kfz-Betriebe in Stuttgart komme es jetzt außerdem darauf an, Ausnahmeregelungen zu erhalten, die sicherstellen, dass ihre Kunden von außerhalb noch zu ihnen kommen können.

„Bevor wir jetzt Hunderttausende von Euro-5-Dieselfahrern mit Fahrverboten überziehen, sollten wir alles tun, um dem Grenzwert weiter nahe zu kommen“, sagte Wolfgang Reinhart, Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg auf der Veranstaltung. Die CDU unterstütze die Bemühungen, Nachrüstlösungen an den Start zu bringen.

Udo Weese vom Verkehrsministerium machte bei der Erläuterung des Stuttgarter Luftreinhalteplans wenig Hoffnung, dass sich die Luftwerte in der Landeshauptstadt mit Fahrverboten für Euro-4-Diesel bis Mitte 2019 stark verbessern werden – zumindest nicht so stark, dass auf Fahrverbote für Euro-5-Diesel verzichtet wird. Schlimmer noch: In der Diskussion verwies er darauf, dass auch Euro-6-Diesel in den Fokus für Fahrverbote kommen könnten, wenn der Grenzwert von 40 Mikrogramm nicht erreicht werde. Außerdem stehe Letzterer nicht fest: „Die EU-Richtlinie wird überarbeitet, die EU wird die Weltgesundheitsorganisation fragen und die werden 20 Mikrogramm vorschlagen.“

CDU-Mann Reinhart forderte pragmatische Lösungen. Er verwies dabei auf das 105-Millionen-Verkehrspaket, das die Landesregierung verabschiedet hat. Darin sind allerdings hauptsächlich Maßnahmen enthalten, welche die Mobilität vom Auto auf andere Verkehrsmittel verlagern sollen. Kritisch sah Reinhart die Verzögerungen bei den Nachrüstlösungen, die die Bundesregierung zu verantworten hat.

Er bemängelte außerdem die Prämien, mit denen der Umstieg gefördert werden soll: „Teilweise sind die Rabatte größer, welche die Kunden bei ihren Autohäusern ohnehin erhalten.“ Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden stand am Ende der Veranstaltung fest, dass auch die Diesel, für welche die Kunden Prämien in Anspruch nehmen, einen Pferdefuß für die Betriebe haben: „Da stehen dann noch mehr Autos auf den Höfen, die Wertberichtigungen erfordern.“ Sprich, die Verluste steigen weiter. Landesverbandspräsident Ziegler sieht bereits erste Folgen für die Konjunktur mit sinkender Nachfrage: „Es sieht so aus, dass die Menschen jetzt zunächst an ihrem Auto festhalten und abwarten, was passiert.“

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