Dieselnachrüstung: Es fehlt nur ein Ja

Bröckelt die Front der Nachrüstungsverweigerer in der Autoindustrie? Katalysatorhersteller Dr. Pley entwickelt derzeit im Auftrag eines OEM ein solches Produkt und hat eine Betriebserlaubnis beantragt. Doch die Politik steht weiter auf der Bremse.

| Autor: Jan Rosenow

Das Bild zeigt die SCR-Nachrüstanlage von Dr. Pley mit den Vorserienkomponenten.
Das Bild zeigt die SCR-Nachrüstanlage von Dr. Pley mit den Vorserienkomponenten. (Bild: Dr. Pley)

In Sachen Dieselnachrüstung herrscht Stillstand in Berlin. Auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause wischte der Bundesrat eine gemeinsame Initiative der Länder Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg vom Tisch, ältere Dieselautos auf Kosten der Hersteller mit einer besseren Abgasreinigung auszustatten. Der Automobilhandel braucht jedoch dringend die Hardware-Nachrüstung. Das machte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski im Juli im Gespräch mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze bei Auto Schmitt in Frankfurt am Main deutlich. In seinem Autohaus stellte Karpinski das Nachrüstsystem der Firma Baumot mit SCR-Katalysator und Harnstoffeinspritzung vor. „Wer sein älteres Dieselfahrzeug freiwillig sauberer machen will, sollte dafür auf eine rechtssichere Regelung zurückgreifen können und von Fahrverboten verschont bleiben“, forderte Karpinski.

Offiziell lehnen auch die deutschen Automobilhersteller eine Nachrüstaktion weiter ab. Trotzdem laufen in der Industrie bereits Entwicklungsarbeiten an einem SCR-Katalysatorsystem für den nachträglichen Einbau, wie der Abgastechnikhersteller Dr. Pley »kfz-betrieb« mitteilte. „Wir sind aktuell dabei, unser SCR-System für ein Euro-5-Fahrzeug zu applizieren und zusammen mit einem technischen Dienst die ABE beim KBA zu beantragen. Dabei handelt es sich um einen Auftrag von einem Fahrzeughersteller. Wenn wir erfolgreich sind, soll das System auf dessen gesamte Euro-5- und Euro-6-Dieselflotte appliziert werden“, sagte Geschäftsführer Dr. Martin Pley.

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