Dieselnachrüstung: Noch ein langer Weg

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Ein bis zwei Jahre – so lange würde es Experten zufolge dauern, bis Nachrüstkatalysatoren für Diesel in den Handel kommen. Doch manche alten Diesel könnten sogar ohne Nachrüstung weiterfahren, sagt die Bundesregierung.

Firmen wie Baumot könnten schnell Nachrüstsysteme liefern, wenn man sie ließe.
Firmen wie Baumot könnten schnell Nachrüstsysteme liefern, wenn man sie ließe.
(Bild: Baumot)

Der Berg kreißte und gebar eine Zahl: 270 Milligramm pro Kilometer. Dieselfahrzeuge, die diesen Grenzwert für die Stickoxidemission unterschreiten, sollen von zukünftigen Fahrverboten verschont bleiben – so sieht es das Konzept der Bundesregierung in Sachen Luftreinhaltung vor. Damit wissen die Produzenten der Nachrüstsysteme immerhin, woran sie sich orientieren können. Doch noch fehlt das Kleingedruckte für die Zulassung: Immerhin hat das Bundesverkehrsministerium zugesagt, möglichst schnell die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für solche Nachrüstsysteme zu schaffen.

Zuerst muss ein Messverfahren bestimmt werden, mit dem die NOX-Emission ermittelt wird. Der Wert ist im Realbetrieb einzuhalten, deshalb bietet sich beispielsweise ein RDE-Fahrtest an. Sobald die Messergebnisse bekannt sind, soll das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eine Liste der Fahrzeuge veröffentlichen, die den 270-Milligramm-Grenzwert einhalten. Wenn ein Euro-4- oder Euro-5-Auto das Limit ohne Nachrüstung unterschreitet, darf es trotz Fahrverbot weiterfahren. Euro-6-Modelle sollen grundsätzlich von Fahrverboten ausgenommen sein, auch wenn viele von ihnen im Fahrbetrieb mehr als 270 Milligramm NOX ausstoßen.