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Dieselrestwerte: Liquidität in Gefahr

| Autor / Redakteur: Die Fragen stellte Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Durch die Auswirkungen der Dieselkrise wird das Gebrauchtwagengeschäft in den Grundfesten erschüttert, glaubt Unternehmensberater Jörg Heidrich. Er erklärt, warum und wie Unternehmen den Schaden zumindest zum Teil begrenzen können.

Jörg Heidrich glaubt, dass die Erträge im Gebrauchtwagengeschäft 2018 komplett schmelzen werden.
Jörg Heidrich glaubt, dass die Erträge im Gebrauchtwagengeschäft 2018 komplett schmelzen werden.
(Bild: Brandt Partners Management Consultants)

Jörg Heidrich: Die Restwerte werden weiter sinken. Wie stark, hängt davon ab, wie die Hersteller den Verkauf der Neuwagen zusätzlich subventionieren und ob sie die Dieseleintauschprogramme fortführen. Die Situation gleicht der vor zehn Jahren im Zusammenhang mit der Abwrackprämie, als die künstlich geschaffene Nachfrage nach Neuwagen ganze Marktsegmente durch plötzlich fehlende Preisdifferenzierungen austrocknete.

Die Gebrauchtwagenbestände und die Standtage wachsen im Handel. Wie kritisch schätzen Sie die Situation ein?

Das Gebrauchtwagengeschäft wird 2018 die ohnehin zu geringen Gewinne des Vertragshandels eliminieren. Auch wird die Zahl der Händler mit negativem Betriebsergebnis steigen. Zusätzlich wird die Liquidität der Händler deutlich geschmälert, wenn Prolongationszahlungen steigen und Banken zur eigenen Risikominimierung Beleihungsgrenzen absenken sowie Bestandsfinanzierungen einkürzen. Insbesondere Hausbanken neigen dazu, dem Herdentrieb zu folgen.