Dieselsorge darf Nachwuchsfrage nicht verdrängen

Kfz-Innung Berlin veranstaltet Neujahrsempfang

| Autor: Holger Zietz

Berlins Innungsobermeister Thomas Lundt warnt seine Kollegen vor einem selbstverschuldeten Fachkräftemangel.
Berlins Innungsobermeister Thomas Lundt warnt seine Kollegen vor einem selbstverschuldeten Fachkräftemangel. (Bild: Zietz)

Das Kfz-Gewerbe steht in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, spielen qualifizierte Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Sowohl die Aus- als auch die Weiterbildung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Beim Neujahrsempfang der Kfz-Innung Berlin lobte Obermeister Thomas Lundt das Engagement von Autohäusern und Werkstätten bei der Fachkräftequalifizierung und hob deren Bedeutung für die Zukunft der Branche hervor.

„Wir müssen gemeinsam am Ball bleiben, um den Fachkräftebedarf der Kfz-Betriebe zu sichern“, stellte Lundt in seiner Ansprach klar. „Wenn jemand meint, Ausbildung sei zu teuer und lohne sich nicht, dann kann ich nur sagen: Wenn ein Meister richtig ausbildet, dann spielt der Azubi seine Kosten schon während der Ausbildung wieder ein!“

Derzeit zählt das Kfz-Gewerbe in der Hauptstadt knapp 1.400 Auszubildende, rund die Hälfte davon in Innungsbetrieben. Knapp jeder Sechste macht seine Ausbildung im Rahmen einer geförderten Maßnahme. Lundt forderte die Betriebe auf, bei der Auswahl ihrer Auszubildenden offen zu sein. „Um neue Mitarbeiter zu finden, lohnt es sich, gerade auch die Potenziale geflüchteter Menschen stärker in den Blick zu nehmen.“ Dabei verwies der Obermeister auf die guten Erfahrungen in seinem eigenen Betrieb. Wenn man mit einem Unternehmen in der Gesellschaft gut Geld verdiene, dann könne man ruhig etwas zurückgeben.

Dabei erhalten die Betriebe Unterstützung: Der Arbeitgeber-Service „Asyl“, ein Team der Agentur für Arbeit Berlin, berät Unternehmer, wie die Integration von geflüchteten Menschen in Arbeit und Ausbildung am besten gelingt und was dabei zu beachten ist. Sie unterstützen zudem bei der Klärung rechtlicher Rahmenbedingungen. Informationen darüber hält die Kfz-Innung für ihre Mitglieder bereit.

Um das Kfz-Gewerbe für junge Menschen interessanter zu machen, hat die Kfz-Innung Berlin im vergangenen Jahr das Projekt „Mulitmeter“ gestartet. Alle Azubis der überbetrieblichen Unterweisungen werden mit einem Digital-Multimeter als persönliches Arbeitsmittel ausgestattet. „In Zeiten von vollelektrischen und Hybridfahrzeugen, in denen Hersteller bereits am autonomen Fahren arbeiten, müssen unsere Kfz-Mechatroniker in der Lage sein, mit Strom und Elektronik zu arbeiten und die Zusammenhänge zu verstehen.“

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