Suchen

Diess: Corona kostete Volkswagen bereits 10 Milliarden Euro

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Volkswagen-Chef Herbert Diess sieht in der Corona-Krise leichte Anzeichen der Besserung. Doch die Pandemie hat den Konzern hart getroffen, vor allem bei den Volumenmarken. „Wir verlieren Substanz“, sagt der Topmanager.

Firma zum Thema

„Wir verlieren Substanz“, sagt Volkswagen-Chef Herbert Diess.
„Wir verlieren Substanz“, sagt Volkswagen-Chef Herbert Diess.
(Bild: Volkswagen)

VW-Konzernchef Herbert Diess sieht in der Corona-Krise leichte Anzeichen der Besserung – doch die finanziellen Einbußen blieben vorerst gewaltig. „Wir haben eine Erholung, die noch weit weg vom Vorkrisenniveau ist“, sagte der Manager in einer Gesprächsrunde der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Während Oberklassemarken der Gruppe wie Porsche oder Bentley „besser durch die Krise“ kämen, sei die Situation für die Kernmarke VW oder Seat klar schwieriger: „Im Volumen trifft es uns härter.“

Zwar spüre man auch im Massengeschäft inzwischen eine Belebung im Auftragseingang – doch die Finanzlage sei angespannt. „Wir verlieren Substanz.“ Im laufenden Jahr habe die Pandemie Volkswagen bereits rund 10 Milliarden Euro an Liquiditätsreserven gekostet.

Die kommende Zeit werde entscheidend: „Es wird in den nächsten Wochen sehr stark davon abhängen: Gibt es Rückschläge, oder kommen wir weiter aus der Krise?“ fragte er mit Blick auf mögliche neue Sars-CoV-2-Hotspots. Infolge der Viruskrise ging der Absatz der Autobranche massiv zurück.

Aufbau der Software-Kompetenz kostet Kraft

Die Probleme mit Software-Funktionen bei neuen Modellen erklärte der VW-Konzernchef mit der hohen Komplexität des Themas: Vom Golf 7 zum neuen Golf 8 etwa habe sich „der Software-Anteil verzehnfacht“. Dies sei einer der Gründe, warum Volkswagen nun mehr eigene IT-Systeme entwickle, auch in der gerade gestarteten Software-Organisation.

„Wir müssen unsere Organisation dahingehend umstellen, dass wir schnell Software erstellen und kontinuierlich im fahrenden Auto erweitern", sagte Diess. „Das kostet uns schon Kraft in Wolfsburg.“ Der bisherige Software-Chef Christian Senger, der nun allerdings abgelöst werden soll, habe „das sehr gut gemacht – aber es war eine schwierige Geburt, alle Software-Ressourcen im Konzern zu bündeln“.

(ID:46717088)