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Diffuse Ängste beim Gasantrieb – Aufklärung tut not

| Autor: Jakob Schreiner

Eine Studie der Targobank zeigt: Viele Autokäufer sind über die Vorteile eines CNG- oder LPG-Fahrzeugs nicht ausreichend informiert, erkennen die Vorteile nicht oder halten die Fahrzeuge für gefährlicher als herkömmliche Verbrenner.

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(Bild: Zukunft Erdgas e.V.)

Rund 37 Prozent der potenziellen Autokäufer halten Fahrzeuge mit einem Erd- oder Autogasantrieb für gefährlicher als einen konventionellen Diesel oder Benziner. Ein Viertel der Interessenten können überhaupt nicht einschätzen, ob es einen Sicherheitsunterschied zwischen den Antrieben gibt, wie aus der repräsentativen Forsa-„Autostudie 2018“ im Auftrag der Targobank hervorgeht. Dagegen stuften 39 Prozent der Befragten Erd- und Autogasfahrzeug nicht als gefährlicher ein. Dabei scheint vor allem die Damenwelt dem alternativen Antrieb skeptisch gegenüber zu stehen. Von denen, die keinen Unterschied sehen, war nur ein Viertel weiblich.

Wie aus der Studie weiter hervorgeht, haben die Vorteile des alternativen Antriebskonzepts, denen sich die Befragten bewusst sind, eine verschwindend geringe Auswirkung auf die Wahl des Antriebs. Über die Hälfte gab an, dass das nächste Auto ein Benziner wird. 15 Prozent wollen sich ein Hybridfahrzeug zulegen, 13 Prozent einen Diesel und 5 Prozent ein E-Auto. Gasfahrzeuge werden hier nicht einmal gesondert aufgeführt.

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Der wichtigste Einflussfaktor auf die Entscheidung, welcher Antrieb ins Auto soll, waren die Anschaffungskosten mit 41 Prozent. Diese liegen bei einem CNG- oder LPG-Fahrzeug in der Regel über denen eines konventionellen Verbrenners. Dabei glauben aber über 50 Prozent der Befragten, dass sich die höheren Anschaffungskosten für ein Fahrzeug mit Gasantrieb durch die günstigere Betankung rechnen würde.

Selbst wenn Autofahrer zwischen verschiedenen Antrieben frei wählen dürften, würden sich nur 4 Prozent für ein Erd- oder Autogasfahrzeug entscheiden. 37 Prozent würden ein Hybridfahrzeug bevorzugen, 20 Prozent ein E-Auto.

Auf Platz zwei der Einflussfaktoren rangiert mit 24 Prozent die Reichweite des Fahrzeugs. Hier meint etwa die Hälfte der Befragten, Gasfahrzeuge haben eine geringere Reichweite. Fast 70 Prozent sind außerdem der Meinung, dass die Tankmöglichkeiten nicht flächendeckend vorhanden sind. In Deutschland existieren zurzeit rund 880 CNG- und etwa 7.000 LPG-Tankstellen.

Klare Vorteile für Gas

Die Umweltverträglichkeit hat für 12 Prozent einen Einfluss auf die Antriebswahl. Offenbar sind die CO2-Vorteile, die sich insbesondere durch den CNG-Antrieb mit Bio-Erdgas ergeben, vielen Autokäufern nicht bewusst. Wie die Ökobilanz der verschiedenen Antriebe aussieht, hat der ADAC erst kürzlich untersucht.

Und auch der Kraftstoffpreis beeinflusst immerhin noch 11 Prozent der Befragten bei der Motorenwahl. Hier scheinen die preisgünstigsten Alternativen – Erd- und Autogas – ebenfalls nicht im Bewusstsein der Käufer verankert zu sein. Um das zu ändern, schlägt die Deutsche Energieragentur Dena eine neues System bei der Preisauszeichnung an Tankstellen vor.

An der repräsentativen Studie nahmen vom 16. bis 25. Februar 1.015 Befragte teil. Befragt wurden in Deutschland lebende Internetnutzer ab 18 Jahren, die ein Auto fahren, den Autokauf nicht ausschließen und dabei (mit-)entscheiden.

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Über den Autor

 Jakob Schreiner

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Redakteur Ressort Service & Technik