Datenmarktplatz Digitale Goldschürfer

Autor / Redakteur: Frank Schlieben / Jan Rosenow

Ob autonomes Fahren, präventive Wartung, Flottensteuerung oder telematikgesteuerte Versicherungsverträge: Immer mehr Produkte basieren auf Daten. Ein Marktplatz für Daten, auf dem sich auch Werkstätten bedienen können, ist Caruso.

Daten sind eine Ware, und mit ihnen lässt sich Geld verdienen – daran können auch freie Werkstätten teilhaben.
Daten sind eine Ware, und mit ihnen lässt sich Geld verdienen – daran können auch freie Werkstätten teilhaben.
(Bild: Till Junker)

Wohin die Reise in Sachen Wertschöpfung im Mobilitätsmarkt gehen kann, machte jüngst eine Meldung aus dem Volkswagen-Konzern deutlich. VW-Markenchef Ralf Brandstätter kann sich vorstellen, für bestimmte Funktionen beim autonomen Fahren künftig nach Leistungsumfang und Nutzungsdauer gestaffelte Gebühren zu verlangen. Beispiel: Wer eine Strecke autonom fahren will, soll sich dafür stunden- oder tageweise entsprechende Funktionen vom Hersteller freischalten lassen können. Mögliche Gebühr laut VW-Manager Brandstätter: sieben Euro pro Stunde. Es sind solche Visionen, die die Herzen vor allem von Controllern in den Konzernen höher schlagen lassen. Denn egal welche Funktion für welche Zeit gewünscht wird und wie oft Kunden sie nutzen – beim Automobilhersteller klingelt jedes Mal die Kasse.

Die Visionen über die Möglichkeiten vernetzten Fahrens und unterschiedlicher Datennutzung sind schon einige Jahre alt. Mittlerweile gibt es die Technik und die für solche Lösungen erforderlichen Daten in der notwendigen Menge und Qualität. Klar war von Anfang an: Am Automobilhersteller kommt man nicht vorbei, wenn es um den gesicherten Zugriff auf essenzielle Daten geht.