Digitalen Risiken den Kampf ansagen

Mitgliederversammlung des Kfz-Gewerbes Nordrhein-Westfalen

| Autor: Holger Zietz

Wollen digitale Chancen nutzen: (v.li.) Marcus Büttner (Hauptgeschäftsführer), Frank Mund (Präsident), Wilhelm Hülsdonk (Vize-Präsident) und IT-Berater Tobias Schrödel.
Wollen digitale Chancen nutzen: (v.li.) Marcus Büttner (Hauptgeschäftsführer), Frank Mund (Präsident), Wilhelm Hülsdonk (Vize-Präsident) und IT-Berater Tobias Schrödel. (Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Das Kfz-Gewerbe Nordrhein-Westfalen wappnet sich für die digitale Zukunft: Frank Mund, Präsident des Landesverbandes, erklärte vor Delegierten in Hilden: „Als große Herausforderung und auch als Chance sehen wir die digitalen Möglichkeiten der Autohäuser bei der Gestaltung ihres Vertriebs." Er baut ferner auf neue Geschäftsmodelle.

Die Wettbewerber werden nach Einschätzung des Präsidenten zunehmen – sowohl beim Vertrieb als auch beim Service. Bislang gebe es im Aftersales zwei Wettbewerber: Markenbetriebe und freie Werkstätten. „In Zukunft werden zwei zusätzliche Player in unserem Gehege wildern“, ist Mund überzeugt. Das seien auf der einen Seite neue und bekannte Dienstleister, die aus den Daten der Fahrzeuge Profit schlagen würden. Und auf der anderen Seite die Hersteller. Diese hätten den Vorteil des unmittelbaren Onlinezugangs zum Fahrzeug. Entsprechend stünden sie quasi in der Poleposition.

Doch um künftig Erfolg zu haben, muss man auch die richtigen Mitarbeiter haben. Laut einer Umfrage der IHK Mittlerer Niederrhein sieht fast jedes zweite Unternehmen den Fachkräftemangel als größtes Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Die Folge: Der Ausbildungsmarkt wird zum Nachfragemarkt. „Auf der Suche nach und bei der Bindung geeigneter Fachkräfte unterstützt sie die Verbandsorganisation über viele Kanäle“, betonte Mund. Dabei spielen digitale Angebote und Social-Media-Maßnahmen eine wichtige Rolle.

Hingegen lehnt Mund die Vorgabe einer Mindestausbildungsvergütung ab: „Dies wird nicht die Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe fördern.“ Wichtiger sei die Langzeitperspektive und die Ausbildung in den Kfz-Betrieben. Junge Menschen wollten heute Karrierewege aufgezeigt bekommen.

Dass die Digitalisierung durchaus auch eine Seite hat, die mit Vorsicht zu genießen ist, führte IT-Berater Tobias Schrödel vor. Als Beispiel nannte er den Umgang mit Daten. Schon ein Foto aus dem eigenen Wohnzimmer, ins Netz gestellt, verrät viel über die Person. Ist es mit einem Smartphone aufgenommen, dann sind in der Regel die genauen Informationen über den Aufnahmeort mit abgespeichert. Die Längen- und Breitengrade sind in den Aufnahmedaten enthalten.

Das bietet einem Fremden zahlreiche weitere Möglichkeiten: Im Internet kann er nachsehen, wo das Haus steht, Straße und Hausnummer ermitteln. Mit diesen Informationen lassen sich meist relativ einfach auch die entsprechenden Namen herausfinden. Ein Blick auf eine Internetkarte zeigt, ob sich das Haus in er wohlhabenden Region oder in einer sozial schwachen Umgebung befindet.

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