Digitalisierung: „Wir sind alle gleich schlecht“

Autohändler Burkhard Weller brachte es auf dem IFA-Kongress – die Hersteller einbeziehend – auf den Punkt, als er die Bemühungen kommentierte, die digitalen Visionen der Trendforscher in die Realität umzusetzen. Immerhin gibt es zahlreiche Ansätze.

| Autor: Jens Rehberg

Auch Burkhard Weller, geschäftsführender Gesellschafter der Wellergruppe, kämpft mit den Tücken des digitaler werdenden Geschäfts: „Die Qualität der Kundendaten ist immer noch ein Pro- blem.“
Auch Burkhard Weller, geschäftsführender Gesellschafter der Wellergruppe, kämpft mit den Tücken des digitaler werdenden Geschäfts: „Die Qualität der Kundendaten ist immer noch ein Pro- blem.“ (Bild: Rehberg)

Am liebsten wären die deutschen Autobauer wie Apple. Was nicht verwundert – Apple ist aktuell über 750 Milliarden Dollar wert und sitzt auf 250 Milliarden Dollar Cash-Reserven. Sicher wohl auch deshalb, weil die Produkte des Technologiegiganten so heiß begehrt sind, dass die Kunden geradezu darauf brennen, einem arroganten und einsilbigen Verkäufer über 1.000 Euro für das neueste Telefon mit Zusatzfunktionen aufzudrängen. Solche Kunden hätte jeder gerne. Da es den Autobauern aber wohl unangenehm ist, andauernd zu wiederholen, man sei gerne wie Apple, reden sie lieber davon, dringend „ein digitales Ökosystem“ aufbauen zu müssen. Denn damit kann man Apple auch ganz gut umschreiben: Ein Hersteller, der es geschafft hat, eine Produktwelt zu kreieren, in der es viele Dinge gibt, die Menschen gut gebrauchen können – und die alle miteinander in Verbindung stehen.

Auf dem Tag der Automobilwirtschaft des Nürtinger Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) Ende November konnten einem die Herstellervertreter fast ein wenig leid tun, denn im Bemühen um gute Namen für ihre neuen „Ökosysteme“ scheinen alle in ein kreatives Loch gefallen zu sein: „My Seat“, „Mercedes me“ und „Volkswagen we“ heißen die Konzepte, die die neuen digitalen Services bündeln sollen. Services wie „Ask Mercedes“, den die Mercedes-Chefin für das digitale Marketing, Sabine Scheunert, so über den grünen Klee lobte, als ob man damit den Spritverbrauch um 30 Prozent absenken könnte. Tatsächlich handelt es sich bei der neuen App lediglich um eine digitale Technik-Hotline – immerhin mit Augmented-Reality-Elementen.

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