Dobrindt lässt Daimler-Diesel durchleuchten

Bundesverkehrsminister reagiert auf Manipulationsverdacht

| Autor: dpa

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. (Bild: Alexander Dobrindt speaks / OECD / ITF 2014 / Marco Urban / CC BY-ND 2.0)

In der Abgas-Affäre lässt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nun Diesel-Fahrzeuge von Daimler auf Abgasmanipulationen untersuchen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) werde Daimler-Modelle überprüfen, die mit einer illegalen Software programmiert sein sollen, berichteten „Süddeutsche Zeitung“, „WDR“ und „NDR“ am Donnerstag vorab unter Berufung auf Ministeriumskreise. Am Freitagvormittag bestätigte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums die Meldungen.

Einem früheren Bericht von SZ, WDR und NDR zufolge könnten bei Daimler in mehr als einer Million Fahrzeuge Motoren mit unerlaubter Abgastechnik eingebaut sein.

Zwei Motorenklassen hätten eine unzulässige Abschalteinrichtung enthalten, mit der die Schadstoffreinigung auf dem Prüfstand eingeschaltet, auf der Straße jedoch weitgehend deaktiviert worden sein soll. Laut Bundesverkehrsministerium hatte die Diesel-Untersuchungskommission unter anderem Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius zu einer Sondersitzung eingeladen, um den Vorwürfen nachzugehen.

Daimler wehrt sich gegen Manipulationsvorwürfe

Daimler selbst wies am Freitag den Vorwurf zurück, die Abgasreinigung seiner Dieselfahrzeuge mit illegalen Mitteln manipuliert zu haben. Die Regulierung der Abgasreinigung sei eine technisch und rechtlich hochkomplexe Frage, teilte der Autobauer am Freitag mit. „Auf Basis der uns vorliegenden Informationen würden wir gegen den Vorwurf einer illegalen Abschalteinrichtung durch das KBA mit allen rechtlichen Mitteln vorgehen.“

Außerdem dementierte ein Daimler-Sprecher eine „Spiegel“-Meldung, wonach das Verkehrsministerium dem Autobauer beim Treffen am Donnerstag mit einem Rückruf gedroht habe. Das Ministerium selbst teilte mit, Daimler habe bei dem Treffen seine Position dargestellt, sich rechtskonform zu verhalten. Das Unternehmen wiederum sicherte zu, weiterhin in vollem Umfang mit den Behörden zu kooperieren.

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