Absatz 2020 Drastischer Einbruch bei Opel

Autor: Jens Rehberg

Corona, vor allem aber die hausgemachten Probleme haben Rüsselsheim im vergangenen Jahr hart getroffen. Die Folge war ein drastischer Absatzrückgang. Allein in Deutschland hat das das Fabrikat einen Prozentpunkt Marktanteil gekostet.

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Opel-Fertigung am Stammsitz
Opel-Fertigung am Stammsitz
(Bild: Opel)

Opel hat im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel seines Absatzes verloren. Die deutsche Tochter des französischen PSA-Konzerns verkaufte gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall nur noch 632.687 Autos weltweit, wie der Hersteller am Donnerstag mitteilte. Das entspricht im Vergleich zu 2019 sowie zur Gesamtmarktentwicklung einem deutlich überdurchschnittlichen Rückgang um 35 Prozent.

In Europa verkaufte Opel/Vauxhall über 38 Prozent weniger Volumen als im Vorjahr. In Deutschland verlor das Fabrikat damit weiter an Marktanteil und fiel von knapp sechs Prozent 2019 auf fünf Prozent im vergangenen Jahr ab.

Neben den Folgen der Pandemie nannte Opel die Umstrukturierung seines Angebots als wesentlichen Grund für die Absatzverluste. So wurden im Laufe des Jahres 2020 fünf Modelle aus dem Programm genommen, die noch auf der Technik des früheren Mutterkonzerns General Motors beruhten.

Die Opel-Händler hatten vor dem Hintergrund des Wegfalls unter anderem von Mokka, Adam und Zafira wiederholt vor kritischen Volumeneinbrüchen gewarnt. Der Opel-Vertrieb hatte sich dagegen an die praxisferne Hoffnung geklammert, die Fokussierung der Verkäufer auf die neueren Modelle Cross- und Grandland werde den Schwund kompensieren.

Hinzu kam allerdings die Umstellung auf eine neue, viel zu komplexe Vertriebsstrategie und eine Vielzahl weiterer hausgemachter Baustellen, die den Händlern im vergangenen Jahr zusätzlich zur Pandemie das Leben schwer machten.

In markenübergreifenden Händlerzufriedenheitsstudien in Deutschland und Österreich landete Opel daher auch zuletzt auf den allerhintersten Rängen.

PSA-Konzern: Europäische CO2-Zielwerte erfüllt

Konzernübergreifend verzeichneten sämtliche PSA-Marken 2020 einen Absatzrückgang um 27,8 Prozent auf 2,51 Millionen Autos.

Nach eigenen Angaben hat der französische Hersteller zumindest die durchschnittlichen CO2-Emissionen der verkauften Fahrzeuge weiter gesenkt und wie angekündigt die europäischen Zielwerte erfüllt. Dies sei mit Optimierungen der Verbrennungsmotoren und mit einem starken Absatzplus bei elektrifizierten Modellen erreicht worden. Die Verfügbarkeit von E-Fahrzeugen aus dem PSA-Konzern war 2020 allerdings wie von Vertriebspartnern zu hören war über weite Strecken mangelhaft.

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