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Drohende Insolvenzen: Kfz-Werkstätten vorsichtig optimistisch

Redakteur: Timo Bürger

Die Corona-Krise macht vielen Unternehmen schwer zu schaffen. Laut einer aktuellen Umfrage gibt es in der Kfz-Branche aber auch Nachrichten, die zumindest ein wenig Mut machen.

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Laut einer Umfrage der Anwaltskanzlei ETL Voigt zeigt sich die Mehrheit der deutschen Kfz-Werkstätten zuversichtlich, die Corona-Krise ohne Insolvenz überstehen zu können.
Laut einer Umfrage der Anwaltskanzlei ETL Voigt zeigt sich die Mehrheit der deutschen Kfz-Werkstätten zuversichtlich, die Corona-Krise ohne Insolvenz überstehen zu können.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Laut einer Umfrage der Anwaltskanzlei ETL Voigt zeigen sich deutsche Kfz-Betriebe mehrheitlich zuversichtlich, die Corona-Krise ohne Insolvenz überstehen zu können. Auf einer Skala von eins bis fünf, bei der „eins“ für „sehr geringe Sorge“ vor einer Insolvenz stand, lag der Durchschnittswert der teilnehmenden Unternehmen bei 1,98. Zudem mussten offenbar nur wenige Betriebe bislang die Mietzahlungen einstellen: Von den freien Werkstätten, die an der Umfrage teilnehmen, waren es drei Prozent, von den Markenwerkstätten jede vierte.

Für viele ist dabei aber die Unterstützung von Bund und Ländern wichtig: Fast die Hälfte der befragten Reparaturbetriebe hat bereits finanzielle Soforthilfen von Bund und Ländern in Anspruch genommen.

Beim Thema Kurzarbeit ergibt sich folgendes Bild: 78 Prozent der Markenwerkstätten und 83 Prozent der Karosserie- und Lackierbetriebe stellten bereits einen Antrag. Die freien Werkstätten beantragten Kurzarbeit bislang in 57 Prozent der Fälle, von den Kfz-Sachverständigen hat das bis dato nur jeder Vierte getan. Eine Umfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hatte bereits Ende März gezeigt, dass etwa 70 Prozent der Autohäuser und Kfz-Betriebe wegen der Krise Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen haben.

Als Folge der Auftragsrückgänge ist die Liquidität ist eines der größten Probleme der Branche: 16 Prozent der befragten Reparaturbetriebe ersuchten bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Corona-Hilfe-Kredit. Weitere neun Prozent mussten einen Kredit bei ihrer Hausbank – also ohne KfW-Förderung – in Anspruch nehmen.

Steuerstundungen sind gefragt

Steuern und Gebühren zu stunden – auch das ist eine Möglichkeit, zumindest begrenzt liquide zu bleiben. Laut der Umfrage stellten 40 Prozent der Reparaturbetriebe einen Antrag auf Herabsetzung der Steuervorauszahlungen und 33 Prozent einen Antrag auf Erstattung der Umsatzsteuersondervorauszahlung.

Die Befragung erfolgte im Zeitraum vom 6. bis 14. April 2020 deutschlandweit. Teilgenommen haben insgesamt 195 Branchenteilnehmer aus dem gesamten Kfz-Bereich. Die ETL Kanzlei Voigt Rechtsanwalts GmbH hat sich auf Auto- und Verkehrsrecht spezialisiert.

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