Corona

Droht auch Autohäusern jetzt ein harter Lockdown?

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Doch selbst wenn der Autohandel ausgenommen wird, könnte der harte Lockdown zum Desaster bei den Fahrzeugzulassungen führen. Seit Wochen kämpft das Kfz-Gewerbe bei den einzelnen Behörden darum, ihre Ämter unbedingt auch zwischen den Jahren offen zu halten, damit die Berge der Zulassungen noch abgearbeitet werden können.

Unabhängig von der Corona-Pandemie ist die Lage in den Autohäusern auch wegen Eigenzulassungen aufgrund auslaufender Zulassungsfristen ohnehin angespannt. Wenn jetzt, wie im Frühjahr passiert, Ämter wegen eines Lockdowns wieder Wochen lang schließen, dürfte es sehr dramatisch werden.

Im Vergleich zu den Glühweinwanderwegen in den Kneipenvierteln der Städte sind unsere Autohäuser Oasen der Sicherheit

Jürgen Karpinski

Insbesondere das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung sorgt derzeit für Druck, weil die Kunden nur dann davon profitieren, wenn die Fahrzeugübergabe durch das Autohaus erfolgt. Dazu muss das Fahrzeug aber zugelassen sein.

Appell des ZDK zur Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung ungehört

Um zumindest diesen Druck zu nehmen, hatte der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) Ende November beim Bund um eine Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung oder zumindest um Ausnahmeregelungen gebeten. So sollten noch bis einschließlich 31. Dezember 2020 bestellte Fahrzeuge auch dann noch mit dem geringeren Mehrwertsteuersatz belegt werden, wenn sie erst im neuen Jahr ausgeliefert werden können.

Händler und Kunden vertrauten darauf, dass diese Frist bis zum 31. Dezember genutzt werden könne. Bei einem faktischen Abbruch der Frist durch ein Verkaufsverbot für Autohäuser müssten sich Kunden und Betriebe durch die Politik massiv enttäuscht fühlen, erklärten ZDK-Präsident Jürgen Karpinski und sein Vizepräsident Thomas Peckruhn.

Schließlich sei die bis zum Jahresende befristete Absenkung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent gerade gegenüber dem Automobilhandel als Ersatz für die nicht gewährte Kaufprämie für moderne Verbrenner deklariert worden. Die ZDK-Bitte blieb bislang ungehört.

ZDK: Autohäuser sind keine Infektionsherde

In der Debatte über schärfere Lockdown-Maßnahmen mahnt der ZDK zur Besonnenheit. Autohäuser mit ihren vergleichsweise großen Verkaufsflächen und der verhältnismäßig geringen Zahl gleichzeitig anwesender Kunden trügen in keiner Weise zum aktuellen Infektionsgeschehen bei.

„Im Vergleich zu den Glühweinwanderwegen in den Kneipenvierteln der Städte sind unsere Autohäuser Oasen der Sicherheit“, so ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Die Mindestabstände zwischen Personen würden problemlos eingehalten, Hygieneregeln sorgfältig befolgt, es gebe hier weder Schlangestehen noch Gedränge an der Kasse.

Peckruhn: Aus den Fehlern des Frühjahrs lernen

Vizepräsident Peckruhn forderte, aus den Fehlern des Frühjahrs-Lockdowns zu lernen. Zwar seien auch damals die Kfz-Werkstätten zu Recht geöffnet geblieben, weil sie zur Aufrechterhaltung der Mobilität unverzichtbar und damit systemrelevant seien. Das gleichzeitig verhängte Verkaufsverbot habe aber in den Autohäusern bei Mitarbeitern und Kunden für großes Kopfschütteln gesorgt.

„Warum sich in ein und demselben Betrieb eine mit rot-weißem Flatterband gezogene Demarkationslinie zwischen dem Werkstattbereich und dem großen, gähnend leeren Verkaufsraum erstrecken muss, können Sie keinem Kunden erklären“, so Peckruhn. Die Diskussionen etwa darüber, ob Ersatzteile und Zubehör zwar eingebaut, aber nicht verkauft werden dürften, solle man nicht ohne Not erneut heraufbeschwören.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik