Scheinwerferprüfung Dunkelziffer

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Fast 40 Jahre brauchte es, die „Scheinwerfergeräterichtlinie“ zu überarbeiten. Doch das Ergebnis ist auch aus Sicht des ASA-Verbands enttäuschend. „Nicht ausgereift!“ lautet das Urteil über das Verkehrsblatt Nummer 136/2020.

Seit gut fünf Jahren gilt die neue HU-Scheinwerferprüfrichtlinie. Mindestens genauso lange gehört die entsprechende Geräteprüfrichtlinie überarbeitet. Nun gibt es endlich eine neue. Doch die ist alles andere als ein echter Lichtblick.
Seit gut fünf Jahren gilt die neue HU-Scheinwerferprüfrichtlinie. Mindestens genauso lange gehört die entsprechende Geräteprüfrichtlinie überarbeitet. Nun gibt es endlich eine neue. Doch die ist alles andere als ein echter Lichtblick.
(Bild: ©romaset - stock.adobe.com)

Was lange währt, wird endlich gut“ lautet ein bekanntes Sprichwort. Doch mit Sprichwörtern scheint es Vater Staat nicht so zu haben. Zumindest nicht im Fall der sogenannten „Richtlinie für die Prüfung von Scheinwerfer-Einstell-Prüfgeräten“ (siehe Verkehrsblatt Nr. 136/2020). Kaum hatte der »kfz-betrieb« in Ausgabe 38-39 über die kurz bevorstehende Revision der fast vier Jahrzehnte alten Prüfrichtlinie für Scheinwerfer-Einstell-Prüfgeräte (SEP) berichtet, da erschien sie prompt auch schon. Zum 1.1.2021 tritt sie in Kraft. Doch das, was da in Kraft tritt, löst bei Kennern der Materie Kopfschütteln aus – bestenfalls. Manch einer könnte heulen über das, was da auf rund sieben Seiten zu lesen ist.

Dabei hätte die Revision des Richtlinien-Oldtimers endlich die aktuelle Technik in Sachen SEPs, allen voran digitalen SEPs, berücksichtigen sollen. Bereits seit 2005 sind Letztere auf dem Markt. Doch was eine CMOS-Kamera ist, wozu Algorithmen dienen und wie man LED-Scheinwerfer schreibt, das alles wussten vor 39 Jahren bestenfalls Raketeningenieure. Ergo hatten die Geräteprüfer auch keine Grundlage, wie bzw. womit sie die Digitaltechnik solcher SEPs kontrollieren konnten – bis heute. Noch offensichtlicher wurde der dringende Überarbeitungsbedarf der Geräterichtlinie vor sechs Jahren. Da erschien die neue „HU-Scheinwerferprüfrichtlinie“ – sie definiert den Platz, auf dem die Einstellung von Scheinwerfern kontrolliert wird. Doch wieder erfolgte keine dringend notwendige Anpassung der Geräterichtlinie.