Durchbruch der E-Mobilität bleibt trotz Corona-Krise weiter Ziel

Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Die Reform des Wohneigentumsrechts durch das Bundeskabinett bietet Mietern und Eigentümern künftig das Recht auf private Ladeinfrastrukturen. Damit dürfte ein Hauptgrund, sich gegen die Anschaffung eines E-Autos zu entscheiden, für den Kunden wegfallen.

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Damit Verbraucher ihre E-Autos zu Hause aufladen können, darf ihnen künftig weder der Vermieter noch die Eigentümergemeinschaft die Einrichtung einer solchen Ladeinfrastruktur verbieten.
Damit Verbraucher ihre E-Autos zu Hause aufladen können, darf ihnen künftig weder der Vermieter noch die Eigentümergemeinschaft die Einrichtung einer solchen Ladeinfrastruktur verbieten.
(Bild: Daimler)

Durch die Reform des Wohneigentumsgesetzes durch das Bundeskabinett wird Mietern und Wohneigentümern künftig das Recht auf die Installation privater E-Ladestationen in ihrem Zuhause eingeräumt. Das Bundeskabinett hat neben dem umfangreichen Maßnahmenpaket zur Bewältigung der Corona-Pandemie auch eine Reform des Wohnungseigentumsgesetzes verabschiedet.

Sowohl Wohnungseigentümer als auch Mieter sollen künftig einen Rechtsanspruch auf den Einbau einer Ladeeinrichtung für ein Elektrofahrzeug erhalten. Dazu sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK): „Wir begrüßen, dass das Kabinett auch die wichtige Reform des Wohneigentumsrechts auf den Weg gebracht hat. Denn wir behalten trotz der historischen Herausforderung durch das Coronavirus auch das Ziel, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, fest im Auge. Dabei ist die private Ladeinfrastruktur von entscheidender Bedeutung.“

Private Lademöglichkeit als entscheidender Kauffaktor

Befragungen von E-Auto-Käufern hatten in der Vergangenheit ergeben, dass die Möglichkeit, zu Hause zu laden, eine entscheidende Voraussetzung für die Anschaffung eines Elektroautos ist. Um das Ziel von rund zehn Millionen Elektroautos bis 2030 in Deutschland zu erreichen, sind nach Schätzungen der Automobilindustrie acht bis elf Millionen Ladepunkte im privaten Bereich erforderlich.

Das deutsche Miet- und Wohneigentumsrecht galt bisher noch als ein zentrales Hemmnis für die Errichtung privater Ladepunkte. Das Gesetz zur Förderung der Elektromobilität und zur Modernisierung des Wohnungseigentumsgesetzes soll hier Abhilfe schaffen.

„Die private Lademöglichkeit am Wohnort ist neben der Reichweite ein Hauptkriterium für die Anschaffung eines Elektroautos. Deshalb ist der Rechtsanspruch auf den Einbau einer Ladestation ein wichtiger Schritt für den Aufbau von Ladeinfrastruktur und damit für die Zukunft der Elektromobilität in Deutschland. Wir begrüßen diese Neuregelung ausdrücklich. Weiterhin hoffen wir, dass auch unsere Kfz-Betriebe bei der Schaffung öffentlich zugänglicher Ladepunkte weiterhin eine finanzielle Förderung durch die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) erhalten. Denn die Betriebe tragen eine erhebliche Last beim Aufbau der Ladeinfrastruktur“, erklärt Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Zur Information bietet der ZDK eine Merkblattreihe „Elektro-Mobilität und Autohäuser/Kfz-Werkstätten“, die für Mitglieder im Netz hinterlegt sind. „Hier sind sowohl die Bestimmungen zum Erhalt des Umweltbonus beim Kauf eines Neuwagens als auch beim Kauf eines jungen Gebrauchten erläutert“, sagt Ulrich Große vom ZDK. Diese Informationen können für die Kunden hilfreich sein und es ist ebenfalls möglich sie elektronisch weiterzugeben.

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