Dynamische Kalibrierung: Richtlinienkonform prüfen

Die gängigen statischen Kalibrierverfahren für Rollenbremsprüfstände sind aufwendig und aus Sicht des Gesetzgebers nur zweite Wahl. Doch bis vor Kurzem gab es keine dynamische Prüfmethode. Die Ingenieure von Dekra lösen gerade die knifflige Aufgabe.

| Autor: Ottmar Holz

Der Prüfer fährt das Prüfmobil auf das Kalibrierwerkzeug, so drückt er die Räder des Messgeräts fest in den Rollensatz. Das andere Rollenpaar deckt er mit einem überfahrbaren Gitter ab.
Der Prüfer fährt das Prüfmobil auf das Kalibrierwerkzeug, so drückt er die Räder des Messgeräts fest in den Rollensatz. Das andere Rollenpaar deckt er mit einem überfahrbaren Gitter ab. (Bild: Holz/»kfz-betrieb«)

Der Gesetzgeber hat in der Bremsprüfstandsrichtlinie vom 12.4.2011 genaue Rahmenbedingungen und Geräteeigenschaften für Bremsprüfstände definiert, mit denen der Prüfer die Wirkung der Fahrzeugbremsen im Rahmen der Hauptuntersuchung testet. Dazu zählen auch eine Beschreibung der maximalen Fehlergrenzen im Abschnitt 5 und die im Abschnitt 6 genannten zulässigen Prüfeinrichtungen.

Im bisher wenig beachteten Unterpunkt 6.1 fordert der Gesetzgeber für Rollenbremsprüfstände vorrangig ein „dynamisches Messverfahren, das die Vorgänge der realen Bremsprüfung simuliert“, obwohl es zum damaligen Zeitpunkt ein entsprechendes Verfahren überhaupt nicht gab. Daher erlaubte der Gesetzgeber zusätzlich auch eine rein statische Prüfung, beispielsweise mit einem Masse-Hebel-System – doch genau betrachtet wird so nur der Kraftmesssensor geprüft, die gesamte Antriebsmechanik bleibt (mit Ausnahme des ebenfalls nur statisch gemessenen Rollendurchmessers) außen vor.

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