E-Autos: 350 Kilometer Reichweite bald normal

Autor: Jan Rosenow

Elektroautos werden leistungsfähiger, aber vorerst nicht billiger – so skizzierte Bosch auf der VDI-Getriebetagung die Batterieentwicklung der nächsten fünf Jahre.

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(Foto: Opel)

Auf der VDI-Tagung „Getriebe in Fahrzeugen“, die am 16. und 17. Juni in Friedrichshafen stattfand, gab Bosch einen weiteren Einblick in die zukünftige Entwicklung der Batterietechnik. Bereits auf dem unternehmenseigenen Motorpressekolloquium hatte der Stuttgarter Zulieferer angekündigt, dass sich die Energiedichte bis 2020 verdoppeln und die Preise halbieren sollen. Nun erklärte Michael Budde, Geschäftsführer Bosch Battery Systems, in Friedrichshafen: „Bis 2020 wird die Reichweite der meisten Elektroautos auf 350 Kilometer steigen. Manche Modelle dürften sogar 500 Kilometer erreichen.“

Damit würden E-Fahrzeuge erstmals als Alltagsfahrzeuge konkurrenzfähig. Laut Michael Budde sieht eine typische Traktionsbatterie im Jahr 2020 so aus: Ein Energieinhalt von 50 Kilowattstunden findet Platz in einer Einheit von 225 Kilogramm Masse und einem Volumen von 120 Litern. Bei einem Preis von (dann) 200 Euro pro Kilowattstunde kostet der Batterieblock aber immer noch rund 10.000 Euro. Deutlich sinkende Anschaffungskosten für die Autos sind deshalb nicht zu erwarten. Der Fortschritt in der Batterietechnik wird zunächst komplett in eine Erhöhung der Reichweite investiert.

Getriebeentwicklung geht weiter

Bosch sieht den Kostengleichstand zwischen einem elektrischen und einem konventionellen Antriebsstrang für das Jahr 2025 voraus. Was in der klassischen „Zahnradtechnik“ noch für Potenzial steckt, zeigten auf der VDI-Getriebetagung neben vielen Zulieferunternehmen wie ZF, Getrag, Continental oder GKN auch Autohersteller wie Audi und Toyota, die ihre Antriebsstrategie für die nähere Zukunft vorstellten. »kfz-betrieb« berichtet darüber in einem umfangreichen Beitrag in Ausgabe 29-30/2015, die am 17. Juli erscheint.

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group