E-Autos laden künftig Strom aus dem All

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Eine neue Entwicklung für die US-Marine soll auch das Problem mit der Energieversorgung von Elektroautos lösen. Solarmodule an Satelliten können die Autos aus dem All versorgen.

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Künftig könnten GPS-Satelliten Energie zur Erde senden und damit E-Autos aufladen.
Künftig könnten GPS-Satelliten Energie zur Erde senden und damit E-Autos aufladen.
(Foto: NASA)

Erste Ideen dazu, wie man im Weltall Strom gewinnen und diesen dann zur Versorgung entlegener Regionen mittels Funkwellen auf die Erde senden kann, stammen bereits aus den zwanziger Jahren. Ende der sechziger Jahre hatte dann der Exil-Tscheche Peter Glaser in den USA die Idee, mit speziellen Satelliten Strom über Solarzellen im geostationären Orbit zu erzeugen und diesen mittels Mikrowellen zur Erde zu schicken. Diese Idee begeisterte vor einigen Jahren die Forschungsabteilung der US-Marine NRL (Naval Research Laboratory), weil mit dieser Technik Marine-Soldaten in entlegenen Camps mit Energie versorgt werden könnten. Wie damals bei der GPS-Technik genehmigte der US-Kongress die Kosten für das Projekt allerdings nur, wenn es auch einen zivilen Nutzen hätte.

Damit war das Projekt GPS-Plus geboren, mit dem die NRL künftig auch Elektroautos während der Fahrt nachladen will. Dazu werden in den kommenden Jahren die 31 GPS-Satelliten mit Solarmodulen und Mikrowellensendern ausgerüstet und das GPS-Netz um weitere mit dieser Technik ausgestattete Satelliten ergänzt. Dr. Paul Jaffe, Raumfahringenieur bei der NRL, hat bereits die ersten Solarmodule unter Weltraumbedingungen im Vakuum getestet und ist mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Auch er gibt aber zu, dass sich die Idee, Strom im Weltall zu erzeugen und dann auf die Erde zu senden, erst einmal sehr verrückt anhört. „Doch es ist wie mit den meisten komplett neuen Ideen“, sagt er, „es ist immer schwer zu sagen, ob es Nüsse sind, bis man sie wirklich probiert hat.“

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Da heute schon jeder GPS-Empfänger gleichzeitig zu mindestens vier Satelliten Kontakt aufnehmen kann, lag es nahe, über dieses Netz auch die Energieversorgung aufzubauen. Neue Sensoren in den Fahrzeugdächern sollen dann die Mikrowellen auffangen und wieder in elektrischen Strom umwandeln. Erste Hersteller und Zulieferer arbeiten zu diesem Zweck bereits mit der NRL zusammen.

Für zivile Anwendungen soll die zur Verfügung stehende Energiemenge jedoch nicht so hoch sein wie für militärische. Deshalb wird man wohl auch künftig nicht komplett auf Ladesäulen verzichten können. GPS-Plus soll vielmehr dazu dienen, die Reichweite der E-Autos dort zu verlängern, wo das Netz der Ladesäulen nicht sehr dicht ist. Ein weiterer Vorteil dieser Technik ist, dass die Satelliten auch nachts Energie senden und dass Mikrowellen problemlos selbst durch dichte Wolkendecken gelangen.

Kugelkollektoren für Lunarstrom

Um auch nachts nicht auf Ökostrom für das Elektroauto verzichten zu müssen, sollen künftig zudem verstärkt Kugelkollektoren Strom aus Mondlicht erzeugen. Diese Technik stammt diesmal nicht vom amerikanischen Militär, sondern vom deutschen Unternehmen Rawlemon. Damit ließe sich dann das Elektroauto wirklich zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgen. Das Deutsche Energieministerium erwägt bereits, Einspeise-Förderungen für Lunarstrom nur dann zu gewähren, wenn damit Elektroautos geladen werden

Bitte beachten Sie bei diesem Beitrag das Erstellungsdatum, 1. April :-)

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