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E-Autos: Schnellladen heißt nicht schnell laden

Autor: Andreas Wehner

Nur weil man ein Elektroauto an eine Schnellladesäule hängt, heißt das nicht, dass das Auto auch schnell wieder voll ist. Zumindest hat der ADAC bei einem Test deutlich Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen ausgemacht.

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Der Audi E-Tron schnitt beim Schnellladetest des ADAC am besten ab.
Der Audi E-Tron schnitt beim Schnellladetest des ADAC am besten ab.
(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Bei Elektroautos spielt nicht nur die reine Reichweite eine wichtige Rolle. Damit die Fahrzeuge für die Langstrecke taugen, ist es wichtig, dass die Batterie sich in kurzer Zeit wieder füllen lässt. Dafür ist eine Schnelladefunktion hilfreich. Doch, dass eine Schnellladebuchse an Bord ist, sagt noch nichts über die tatsächliche Ladezeit aus.

Die hängt nämlich nicht nur von der maximalen Ladeleistung ab. Je nach Technologie sorgt das Batteriemanagement nämlich dafür, dass der Strom nicht zu schnell fließt, um den Akku nicht zu überlasten. Doch die Angaben der Hersteller dazu sind vage.

Der ADAC will hier für Vergleichbarkeit sorgen. Der Autofahrerclub hat fünf Fahrzeuge bei einem Schnellladevorgang gemessen und die wiedergewonnene Reichweite nach 10, 20 oder 30 Minuten ermittelt.

Das Ergebnis: Am schnellsten lässt sich der Audi E-Tron wieder mit Saft versorgen. Er nutzt die maximale Ladeleistung von 150 kW konstant aus. Nach 10 Minuten hat er Strom für 113 Kilometer getankt, nach 20 Minuten an der Ladestation kommt er 216 Kilometer weit und mit einer Ladezeit von 30 Minuten beträgt die Reichweite bereits 305 Kilometer.

Der Mercedes EQC dagegen regelt seine Ladeleistung schon bei knapp 40 Prozent Batteriestand kontinuierlich herunter. Nach 30 Minuten am Strom schafft er 216 Kilometer. Weitaus geringere Ladeleistungen generieren der Opel Ampera-E, der Renault Zoe und der Nissan Leaf.

Der ADAC empfiehlt Verbrauchern, die Schnellladefunktion unbedingt mitzubestellen. Denn damit sei ein E-Auto im Alltag deutlich flexibler einsetzbar. Der Club sieht allerdings die Hersteller gefordert, die Kunden besser mit Informationen zur Schnellladetechnologie zu versorgen. Außerdem sollte die Schnellladefunktion zur Serienausstattung gehören, fordert der ADAC.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«