E-Go ergänzt den Life um Zeitgeist-Derivate

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Der Elektroauto-Hersteller E-Go hat zwei Lifestyle-Derivate des rein elektrisch fahrenden Kleinstwagens Life entwickelt. Während der SUV-artige Cross noch im Studien-Stadium ist, ist der Life Sport bereits seriennah. Für beide Modelle rüstet E-Go den Antrieb deutlich auf.

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E-Go tritt in Genf mit zwei Derivaten auf, darunter der neue „Cross“.
E-Go tritt in Genf mit zwei Derivaten auf, darunter der neue „Cross“.
(Bild: E-Go Mobile)

Das E-Auto-Start-up E-Go ist zuletzt hinter den eigenen Zielen hergehinkt. Nun wird das Umfeld für den Kleinserienhersteller mit der Absage des Genfer Salons nicht besser. Denn auf der Automesse wollte E-Go mit zwei neuen Derivaten auf sich aufmerksam machen. Die Aachener haben die Studie „Cross“ und den seriennahen „Life Sport“ im Gepäck – zwei Modelle, die sich von der bisherigen Idee eines elektrischen Vernunftautos ein wenig entfernt haben.

Beim Cross, der 2021 in limitierter Kleinserie auf den Markt kommen soll, handelt es sich – der Name verrät es schon – um eine Variante mit markanten SUV-Akzenten. Unter anderem steht der 3,41 Meter kurze Stromer auf grobstolligen Rädern. Zusätzlich gibt es schwarz lackierte Radhausverbreiterungen, Seitenschweller in Trittbrettoptik, Unterfahrschutz und Zusatzscheinwerfer. Auffällig ist außerdem eine Außenlackierung in Orange.

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Der rund 1,3 Tonnen schwere Viersitzer bietet mit 72 kW/98 PS mehr Leistung als das aktuelle Topmodell Life 60 mit 57 kW/77 PS. Zudem verfügt der Cross über eine größere Batterie. Nächstes Jahr soll die neue Variante offiziell auf den Markt kommen. Einen Preis nennt das Unternehmen nicht, doch wahrscheinlich wird er um einiges mehr kosten als der rund 22.000 Euro teure Life 60.

Gleiches gilt für den Sport, der bereits vor einem Jahr am Genfer See als Studie präsentiert wurde („E-Go Life Concept Sport“). Das dynamische Modell trägt im Herzen ebenfalls einen stärkeren E-Motor (80 kW/109 PS) und eine größere Batterie. Zudem bietet das Modell 17-Zoll-Leichtmetallräder, Sportfahrwerk, Sportsitze und ein Glas-Cockpit.

Vorbestellung bereits möglich

Eine Vorbestellung der beiden Sondermodelle soll bereits möglich sein. Mit ihnen will der Hersteller die emotionale Seite der Kunden ansprechen. „Auch die Käufer von E-Autos wollen Emotionen kaufen“, wird E-Go-Gründer Günther Schuh in einer Pressemitteilung zitiert. Mit den Derivaten sollen die Kunden letztlich optisch ausdrücken können, welcher Fahrertyp sie sind. „Da der E-Go Life eine Fahrzeugplattform ist, können wir nun mit geringem Aufwand emotionale Sondermodelle auf den Markt bringen“, so Schuh weiter.

Mit dem Absatz tut sich E-Go bislang schwer. Statt der ursprünglich angepeilten 1.000 Autos kamen in Jahr 2019 nur 540 Einheiten auf den Markt. Bei der Vorstellung der Zahlen äußerte Schuh allerdings die Absicht, im laufenden Jahr 5.100 Neuwagen produzieren zu wollen. Dazu kommt die Sorge wegen der höheren E-Auto-Prämie. Für einen reinen E-Auto-Hersteller, der die Produktion nicht querfinanzieren könne, sei der erhöhte Prämienanteil nicht finanzierbar, hatte Schuh Ende 2019 moniert. Grundsätzlich ist E-Go, das aus der Hochschule Aachen hervorging, auf der Suche nach zusätzlichem Kapital.

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