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E-Klasse Hybrid: Sparen als Schwabensport

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Falls sparsames Autofahren einmal zur sportlichen Disziplin werden sollte, muss nicht unbedingt ein japanischer Hybrid zu den Siegern zählen. Auch mit der Mercedes E-Klasse könnte man wohl vorne mitfahren.

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Die E-Klasse gibt es jetzt auch mit Elektro-Unterstützung. (Foto: Mercedes)
Die E-Klasse gibt es jetzt auch mit Elektro-Unterstützung. (Foto: Mercedes)

Den Schwaben Sparsamkeit zu unterstellen, ist genauso sinnvoll, wie die sprichwörtlichen Eulen ins krisengeplagte Athen zu schicken. Das Volk der Tüftler im Ländle ist eben ausgefuchst, wenn es um den behutsamen Umgang mit flüssigen Mitteln geht.

Im Falle des ersten Dieselhybriden von Mercedes könnte aus Sparsamkeit sogar ein Sport werden. Wenn ein Auto, das leer schon fast zwei Tonnen wiegt und durchaus gehobenen Komfortansprüchen genügt, auf 100 Kilometern mit nur 4,2 Litern Diesel auskommen will, ist das zumindest bemerkenswert. Der Mercedes E 300 BlueTec Hybrid, der im Juni zu Preisen ab rund 51.800 Euro in den Handel kommt, unterbietet den gleichmotorisierten E 250 CDI um glatte zwei Liter.

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Ursächlich für den Sparschub ist das Hybridmodul, das die Techniker in die Glocke des Siebengang-Automatikgetriebes integriert haben. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Lösung, die im S 400 Hybrid bereits seit 2009 zum Einsatz kommt.

Anders als in der S-Klasse ist der E-Motor heute nicht mehr direkt mit dem Verbrennungsmotor verbunden. Eine Kupplung stellt den Kraftschluss her. Das ermöglicht auch den rein elektrischen Betrieb und das modische Segeln, das die Wettbewerber von Audi und Porsche bereits eingeführt hatten. Dabei rollt das Fahrzeug mit abgeschaltetem Motor.

Rollen oder rekuperieren

Mercedes wäre allerdings nicht Mercedes, wenn man diese einfache Abschaltung nicht noch eine Spur optimiert hätte. Im E-Klasse Hybrid und künftig wohl auch in allen noch kommenden Hybriden dieser Bauart, kann der Fahrer beim Rollen mittels Antippens des Schalthebels am Lenkrad entscheiden, ob er lieber länger rollt oder mehr Saft per Rekuperation in die Batterie bringt.

Auch zu diesem Behufe ist der E-Motor mit 20 kW/27 PS 25 Prozent stärker als der aus der S-Klasse. Die Lithium-Ionen-Batterie wurde gegenüber dem Modell im S400 Hybrid leicht modifiziert, damit sie in den Motorraum der E-Klasse passt. Sie speichert nicht ganz ein kWh Energie, genug, um bei zart gestreicheltem Gaspedal bis zu einem Kilometer elektrisch zu rollen oder elektrisch anzufahren.

Diesbezüglich verwirrt die hybridisierte E-Klasse beim ersten Kontakt. Man dreht den Zündschlüssel und es passiert - nichts. Das dezente grüne „ready“ im Display könnte man glatt übersehen. Also wie bei einem E-Auto oder einem der Hybriden von Toyota einfach den Schalthebel auf D und losrollen. Flüsterleise verlässt die Limousine den Parkplatz und erst als wir an der ersten Ampel etwas kräftiger beschleunigen springt der Vierzylinder-Diesel an.

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