Elektromobilität E-Mietwagen nur schwach nachgefragt

Von dpa

Das Angebot an E-Autos der Mietwagenunternehmen wächst. Allerdings sind sie laut einem Buchungsdienstleister nur schwach nachgefragt. Die höheren Preise und die noch überschaubare Ladeinfrastruktur scheinen die Kunden abzuschrecken.

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Derzeit sind es nur selten Schlüssel für E-Autos, die bei Mietwagenfirmen an die Kunden vergeben werden. Die Nachfrage für die elektrischen Modelle ist trotz breiteren Angebots noch gering.
Derzeit sind es nur selten Schlüssel für E-Autos, die bei Mietwagenfirmen an die Kunden vergeben werden. Die Nachfrage für die elektrischen Modelle ist trotz breiteren Angebots noch gering.
(Bild: Sixt)

Bei der Autovermietung in Europa ist der Anteil der Elektro-Autos nach Angaben der Buchungsplattform Billiger-Mietwagen.de noch sehr klein: „Der Anteil bei allen Buchungen beträgt 0,22 Prozent“, teilte das Unternehmen am Samstag mit. In den vergangenen zwölf Monaten hätten die Kunden über die Plattform nur rund 2.500 Elektro-Mietwagentage gebucht – 77 Prozent davon in Spanien, 10 Prozent in Frankreich und 2 Prozent in Deutschland.

Das Ergebnis überrascht ein wenig, weil gerade die neuen E-Auto-Marken auf die Vermieter setzten, um ihre Bekanntheit zu erhöhen. So hatte etwa Lynk & Co im ersten Quartal 2022 – allerding nur bezogen auf Deutschland – einen Vermieteranteil von 94 Prozent. Bei MG waren es 46 Prozent und bei Polestar immer noch knapp 29 Prozent der Neuzulassungen.

„Bevorzugt werden Verbrenner gebucht, da diese bei den Anbietern auch vermehrt zur Verfügung stehen und die Modalitäten des Auftankens weltweit vertraut sind“. In den USA, Spanien und Deutschland gebe es inzwischen zwar ein vorzeigbares Angebot an Mietautos mit Batterieantrieb. Aber die Miete sei meist teurer als die eines Benziners oder Dieselfahrzeugs, sagte Billiger-Mietwagen-Sprecher Frieder Bechtel. Und viele Urlauber hätten auch keine Lust, Ladesäulen zu suchen und lange Ladezeiten in Kauf zu nehmen.

Höchste Nachfrage auf den Balearen

Noch am höchsten sei die Nachfrage auf Mallorca. Die Balearen hätten viel für den Ausbau der Ladeinfrastruktur getan: Es gebe reservierte Parkplätze an attraktiven Tourismuszielen, etwa vor einem Museum oder am Rathaus, wo E-Autos kostenlos laden dürften. Auf Formentera sei die Zahl der Autos auf der Insel begrenzt – aber E-Autos seien von der Quote ausgenommen.

Laut der Ferienwohnung-Suchmaschine Holidu bieten „europaweit nur 0,3 Prozent der Ferienunterkünfte Lademöglichkeiten für Stromer“. In Göteborg, München und Eindhoven hätten rund 3 Prozent der Ferienwohnungen eine Ladestation. An der holländischen Küste habe 1 Prozent der Unterkünfte eine Ladestation in unmittelbarer Nähe, am Comer See 0,4 Prozent. Die Daten stammten aus der Datenbank von Holidu mit gut 15 Millionen Unterkünften weltweit.

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