Kfz-Innung Stuttgart E-Mobilität und E-Fuels sind keine Gegensätze

Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Doris Pfaff

Die Kfz-Innung Stuttgart rührt für den weniger klimaschädlichen Kraftstoff E10 kräftig die Werbetrommel und fordert weitere: E20, E50 und E100 für Bestandsfahrzeuge könnten schnell helfen, die Klimaziele zu erreichen.

Firmen zum Thema

Minister Winfried Hermann im Interview mit Christian Reher, Geschäftsführer der Kfz-Innung Region Stuttgart (r.).
Minister Winfried Hermann im Interview mit Christian Reher, Geschäftsführer der Kfz-Innung Region Stuttgart (r.).
(Bild: Kfz-Innung Region Stuttgart)

„E10 kennt jeder, jetzt brauchen wir schnell E20, E50 und E100 für die Bestandsfahrzeuge“, fasst Obermeister Torsten Treiber von der Kfz-Innung Region Stuttgart die nächsten Schritte bei der Entwicklung der Treibstoffe zusammen, die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren klimaneutral machen sollen.

„Technisch geht das, da macht die Technologie Riesenfortschritte“, sagt auch Innungsgeschäftsführer Christian Reher. Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann sieht es ähnlich. Baden-Württemberg nimmt bei der Entwicklung von E-Fuels eine Spitzenstellung ein, sagt er im Interview für den innungseigenen Kanal „InnungTV“. Das Land arbeite bereits seit drei Jahren an dem Thema.

Verkehrsminister Hermann plädiert für E-Fuels für alle – so schnell wie möglich. Er sieht es als beste Lösung an, dass die RES II der EU, die Richtlinie für erneuerbare Kraftstoffe, „eine Quotenregelung beinhaltet, die ambitioniert ist, damit der erneuerbare Kraftstoff eine Chance hat“. Denn die Investitionskosten seien hoch.

„Man muss sich das so vorstellen, dass es eine Beimischung gibt, vergleichbar mit dem, was wir heute als E10 kennen.“ Friedrich Haag, Tankstellenbesitzer und Landtagsabgeordneter (FDP) im Stuttgarter Landtag, hat ebenfalls keine Bedenken, entsprechende Treibstoffe ins Angebot der Tankstellen zu integrieren. Deren Literpreis liege schon jetzt nicht mehr sehr viel über dem, was die Preisanzeige der Tankstelle für fossile Treibstoffe zeige. Der Rest hänge von der Abnahmemenge ab und sei Verhandlungssache.

E5 und E10 kennen die Autofahrerinnen und -fahrer längst. E10 gibt es aktuell seit zehn Jahren. „E“ steht in diesem Fall für „Ethanol“, sprich Alkohol. Von diesem werden dem Benzin zehn Prozent beigemischt.

Künftig soll das „E“ für E-Fuels stehen, also synthetische Kraftstoffe, die „klimaneutral erzeugt werden und deswegen den CO2-Ausstoß der Bestandsflotte auf null senken können“, sind sich Obermeister Treiber und Verkehrsminister Hermann einig.

Hermann sieht auch Chancen, dass E-Fuels oder Re-Fuels in Deutschland hergestellt werden können. Im Gespräch mit „InnungTV“ bekräftigte er die Vorreiterrolle, die das Land in diesem Punkt einnehme. Die batterieelektrische Lösung habe zwar Vorteile, wie den höchsten Effizienzgrad. Aber es gebe auch die Bestandsflotte „und der Frage müssen wir uns stellen“.

(ID:47772732)