Spartipp E-Prämie lässt sich neuerdings mit weiteren Förderungen kombinieren

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zahlt immer mehr Kaufprämien aus. Doch zwischen den Zulassungs- und den Antragszahlen klafft eine große Lücke. Gleichzeitig werden die Förderbestimmungen für Gewerbekunden noch attraktiver.

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Grünes Licht für die E-Mobilität: Die staatliche Kaufprämie kommt gut an – und kann sogar noch aufgestockt werden.
Grünes Licht für die E-Mobilität: Die staatliche Kaufprämie kommt gut an – und kann sogar noch aufgestockt werden.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Die zur Jahresmitte aufgestockte staatliche Förderung hat den Verkauf von Elektroautos in Deutschland stark angetrieben. Beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gingen im abgelaufenen Jahr Anträge für 255.039 Fahrzeuge ein, wie die Behörde am Freitag in Eschborn bei Frankfurt berichtete. Das Amt hat zur Bearbeitung der Anträge inzwischen nach eigenen Angaben das Personal aufgestockt und das Verfahren verbessert.

Von den Anträgen entfielen gut 140.000 auf Batterie-Fahrzeuge und knapp 115.000 auf die umstrittenen Plug-in-Hybride mit kombiniertem Elektro/Verbrenner-Antrieb. Die ebenfalls geförderten Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzelle spielten mit 74 Exemplaren so gut wie keine Rolle.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im vergangenen Jahr allerdings knapp 395.000 Neuwagen mit elektrischem Antrieb zugelassen - rund 140.000 mehr, als zur Förderung angemeldet wurden. Nach dem Kauf haben die Besitzer jedoch ein Jahr Zeit für den Antrag, erläuterte ein Bafa-Sprecher. Zudem sind sehr teure Elektro-Autos und Plug-In-Hybride mit zu geringer elektrischer Reichweite nicht förderfähig.

Speziell Gewerbekunden sollten auf jeden Fall genau hinsehen, denn inzwischen ist der Umweltbonus laut dem Bafa mit weiteren Förderungen kombinierbar. Neu hinzugekommen sind aktuell die Förderprogramme „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ (Welmo) des Landes Berlin und „Klimaschutzoffensive für den Mittelstand“ der KfW. Voraussetzung dafür ist laut dem Bafa, dass der jeweilige Fördermittelgeber eine Verwaltungsvereinbarung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) abgeschlossen hat. Diese legt fest, wie die unterschiedlichen Förderprogramme ineinandergreifen. Weitere kombinierbare Förderprogramme sind:

  • Sofortprogramm Saubere Luft (Bundesumweltministerium - BMU)
  • Flottenaustauschprogramm Sozial und Mobil (BMU)
  • Förderrichtlinie Elektromobilität (Bundesverkehrsministerium - BMVI)
  • Förderrichtlinie Markthochlauf NIP2 (BMVI)
  • Klimaschutzförderrichtlinie Unternehmen (Land Mecklenburg-Vorpommern)

Verdreifachung der Förderung

Mit den 255.000 Anträgen wurden 2020 in Summe mehr als drei Mal so viele Elektro-Fahrzeuge zur Förderung angemeldet wie im Jahr zuvor mit gut 73.000 Stück. Die im vergangenen Jahr ausgezahlte Fördersumme stieg auf mehr als 652 Millionen Euro, fast das Siebenfache der Summe aus 2019. Darin schlägt sich der erhöhte staatliche Förderbetrag nieder.

Der Bund hatte zum Juli 2020 mit der sogenannten Innovationsprämie seinen Förderanteil verdoppelt. Im zweiten Halbjahr wurden daraufhin 205.000 Anträge gestellt und damit mehr als in den Jahren 2016 bis 2019 zusammen. Die Gesamtzahl seit Förderbeginn ist zum Jahreswechsel auf knapp betroffene 420.000 Fahrzeuge gestiegen. Gut die Hälfte der Anträge kommt inzwischen von privatwirtschaftlichen Unternehmen. Kommunale Unternehmen oder Körperschaften stellten bislang etwa rund 5.000 Anträge, Stiftungen und Vereine kommen auf etwa 1.800 Anträge.

Die Subvention soll bis 2025 aufrechterhalten bleiben. Grundsätzlich können Käufer einschließlich des Förderanteils der Hersteller Preisnachlässe von bis zu 9.000 Euro bei Batteriefahrzeugen und bis zu 6.750 Euro bei Hybriden erhalten. Bafa-Präsident Torsten Safarik nannte den Erfolg der Elektromobilität entscheidend für den Klimaschutz den kommenden Jahren. Er erwarte weiteren Schwung für die positive Entwicklung, da die Förderung langfristig verankert sei und „Licht am Ende des Corona-Tunnels“ erkennbar sei.

Der aktuelle Gesamtbestand von Elektro-Autos in Deutschland wird vom KBA auf rund 608.000 Wagen geschätzt. Endgültige Ergebnisse zum Bestand an der Jahreswende sollen nach Auswertung der An- und Abmeldungen erst in einigen Wochen vorliegen.

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