Echte Nachfrage treibt den Neuwagenmarkt

Privatkunden und Gewerbetreibende sind kauffreudig

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die Analyse der Verkaufszahlen nach Absatzkanälen zeigt für den August eine robuste Neuwagenkonjunktur. Laut einer Auswertung der Marktforschung Dataforce war das Absatzplus von 3,5 Prozent im vergangenen Monat durch eine echte Nachfrage ausgelöst. Rückläufig waren dagegen die taktischen Zulassungen durch die Händler, aber auch die Zulassungen auf Vermieter.

Äußerst kauffreudig sind derzeit die Privatkunden. Sie ließen im August 98.930 Neuwagen zu, das waren 6,0 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Vor allem aber kletterte der Privatmarktanteil damit auf 39,0 Prozent – das ist der höchste seit Juli 2013 gemessene Anteil am Neuwagenaufkommen.

Auch die gewerblichen Kunden sorgten im August wieder für volle Auslieferungshallen. Die Neuzulassungen durch Gewerbetreibende und Fuhrparkmanager legten zuletzt um 6,4 Prozent auf 64.581 Einheiten zu. Gleichzeitig schlägt sich die Dieselkrise nun auch in diesem Segment nieder. Zwar ist der Selbstzünder für die gewerblichen Kunden noch immer erste Wahl, der Dieselanteil ist laut Dataforce dennoch deutlich im Sinkflug.

Erstmals seit 2005 ist wieder über mehrere Monate hinweg unter 70 Prozent gefallen. Zuletzt lag er bei 64,2 Prozent. Auf dem Privatmarkt lag der Dieselanteil im August 2017 zum ersten Mal seit dem Jahr 2001 unter 20 Prozent. Nach Schätzung der Marktbeobachter dürfte das Privatkundeninteresse am Selbstzünder sogar noch weiter sinken.

Bremsend auf die Entwicklung der Neuzulassungen wirkte sich die zurückhaltende Zulassungstätigkeit der Hersteller, Importeure und Händler aus. Der Fahrzeugbau verzichtete im Vergleich zum Vorjahresmonat auf rund 1.700 Eigenzulassungen (-7,7 %), der Handel ließ 320 Einheiten weniger zu (-0,7 %). Mit zusammen gut 66.000 Eigenzulassungen beträgt der Anteil dieser Sondereinflüsse auf den Markt derzeit rund 26 Prozent.

Transportermarkt wächst weiter

Robust präsentierte sich auch der Transportermarkt, eine Sonderauswertung von Dataforce zur Entwicklung der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities. In dieser Gruppe hatte der Wechsel von der Euro-5- zur Euro-6-Norm im August des Vorjahres zu einem Zulassungsschub geführt, bevor zum 1. September die schärfere Abgasnorm verbindlich wurde. Dass der Transportermarkt dennoch leicht um 0,4 Prozent zulegte, unterstreicht laut Dataforce „die dynamische Nachfrageentwicklung“.

Auch im Transportermarkt wurde die Entwicklung von echter Nachfrage getragen. Während die gewerblichen Kunden (+4,9 %) und die Privatkäufer (+9,3 %) deutlich mehr Fahrzeuge zuließen, hielt sich der Handel mit taktischen Maßnahmen deutlich zurück (-12,8 %). Nur das zahlenmäßig kleinste Segment, die Hersteller selbst, erhöhten das Zulassungsvolumen – mit 21 Prozent allerdings deutlich.

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