Ehrlich übernimmt Georg von Opel in Würzburg

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Über drei Jahre lang hat es gedauert: Jetzt bekommt das insolvente Autohaus Georg von Opel in Würzburg mit dem Aschaffenburger Autohaus Ehrlich wieder einen starken Betreiber – und zusätzliche Marken.

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Bei Georg von Opel in Würzburg geht es weiter.
Bei Georg von Opel in Würzburg geht es weiter.
(Foto: Rehberg)

Das Autohaus Ehrlich aus Aschaffenburg übernimmt zum Jahreswechsel das Geschäft des insolventen Georg-von-Opel-Standorts in Würzburg. Ein Großteil der Angestellten soll weiter beschäftigt werden. Dies sagte Geschäftsführer Paul Ehrlich am Donnerstag in Würzburg im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Der Betrieb in der Nürnberger Straße wird von Ehrlich lediglich angemietet, er gehört mittlerweile dem Unternehmen Wheels in Stock mit den Geschäftsführern Udo Wehren und Hans Lange.

Ausschlaggebend dafür, das brachliegende Opel-Geschäft in Würzburg wieder in die Hand zu nehmen, war laut Ehrlich nicht zuletzt das neu erwachte Potenzial der Marke Opel. „Die aktuelle Produktpalette überzeugt voll und ganz“, sagt der Händler. Aber auch die vielversprechende Lage des Standorts und die sehr guten räumlichen Möglichkeiten spielten eine Rolle.

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Das Autohaus Ehrlich betreibt bereits zwei Standorte in Würzburg – einen in der Innenstadt und einen, der nur einen knappen Kilometer Luftlinie von dem GVO-Betrieb entfernt angesiedelt ist. Beide Standorte platzen jedoch aus allen Nähten und bieten keine Erweiterungsmöglichkeiten. Deshalb wird der Renault/Dacia-Betrieb in der Hertzstraße im kommenden Frühjahr bei Opel in der Nürnberger Straße mit einziehen. „Die Marken werden strikt getrennt“, versichert Ehrlich. In den großzügig geschnittenen Innenraum will er feste Wände einziehen lassen, jedes Fabrikat bekommt seinen eigenen Eingang. „Die Kunden der jeweiligen Marke sollen eine in sich geschlossene Markenwelt erleben“, so der Händler.

In die entsprechenden Baumaßnahmen, in neue CI und die Modernisierung des Servicebereichs will Ehrlich „voraussichtlich 300.000 bis 400.000 Euro“ investieren. Mit den drei Fabrikaten will er mittelfristig am Standort insgesamt rund 1.500 Neu- und Gebrauchtwagen vermarkten.

Die größte Herausforderung sieht Ehrlich nun darin, das Vertrauen der Würzburger Kundschaft zurückzugewinnen. Dabei kann er jedoch auf eine gut entwickelte Eigenmarke und das erweiterte Produktangebot zählen, das er den Kunden an der Würzburger Automeile künftig präsentieren wird.

Das Autohaus Ehrlich gibt es seit 25 Jahren. Die Brüder Peter und Paul Ehrlich führen das Geschäft in zweiter Generation und beschäftigen aktuell 80 Mitarbeiter. Das Autohaus ist Vertriebspartner von Renault, Dacia, Mazda und Honda.

Die 1936 gegründete Georg-von-Opel-Gruppe war 2010 zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre in finanzielle Schieflage geraten. Zuvor hatte das 26 Standorte umfassende Unternehmen, das zu den größten Opel-Händlern Deutschlands gehörte und einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro stemmte, 2006 Insolvenz anmelden müssen. 2008 hatte MAG Metz die verbliebenen neun Betriebe übernommen, war dann aber Anfang 2010 selber zahlungsunfähig. Inzwischen besteht Georg von Opel nur noch aus zwei Autohäusern in Eschborn und Würzburg.

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