Doppelprüfung der AU-Geräte Eichpflicht ist ab sofort vom Tisch

Autor Doris Pfaff

Die im September beschlossene Abschaffung der Eichpflicht für Prüfgeräte für die Abgasuntersuchung ist in Kraft getreten. Ab sofort müssen die Geräte nur noch kalibriert werden. Auch müssen neu angeschaffte Messgeräte voraussichtlich nicht mehr gemeldet werden.

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Prüfgeräte, die zur Abgassonderuntersuchung verwendet werden, müssen zukünftig nur noch regelmäßig kalibriert werden. Eine zusätzliche Eichung ist nicht mehr erforderlich.
Prüfgeräte, die zur Abgassonderuntersuchung verwendet werden, müssen zukünftig nur noch regelmäßig kalibriert werden. Eine zusätzliche Eichung ist nicht mehr erforderlich.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Für die AU-Werkstätten ist mit der am 2. November erfolgten Veröffentlichung der geänderten Mess- und Eichverordnung ein leidiges Thema vom Tisch. Jahrelang mussten die Betriebe ihre Prüfmessgeräte sowohl eichen als auch kalibrieren lassen. Diese Doppelprüfung sorgte nicht nur für einen hohen bürokratischen Aufwand in den Betrieben, sondern auch für enorme Zusatzkosten.

In den anerkannten AU-Werkstätten mussten bisher nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) rund 65.000 bis 70.000 Messgeräte geeicht und kalibriert werden. Hinzu kamen etwa 30.000 Messgeräte in Technischen Prüfstellen und bei den Überwachungsorganisationen. Das führte insgesamt zu einer Mehrbelastung von mindestens 9,4 Millionen Euro bei den berechtigten Untersuchungsstellen, so der Zentralverband.

Entsprechend hatte sich das Kfz-Gewerbe jahrelang gegen die Verordnung gewehrt. Mit Erfolg: Im September beschloss die Bundesregierung die nun veröffentliche Änderung. Ab sofort sind die anerkannten AU-Werkstätten also nicht mehr verpflichtet, eine Eichung bei der Eichbehörde zu beantragen. Stattdessen besteht für alle bauartzugelassenen Abgasmessgeräte somit nur noch die Pflicht, die Geräte regelmäßig monatsgenau von einem nach ISO 17025 akkreditierten Labor kalibrieren zu lassen.

Betriebe, die bereits einen Antrag bei der Eichbehörde gestellt haben, sollten diesen möglichst schnell stornieren, rät der ZDK. Nach derzeitigem Informationsstand entfällt laut ZDK für die AU-Werkstätten zudem die Verpflichtung, die Eichbehörde innerhalb von sechs Wochen zu informieren, wenn ein neues oder runderneuertes Abgasmessgerät in Betrieb genommen wurde.

Ob es weitere Bedingungen oder Vorgaben für die Abgasmessgeräte gibt, erörtern die Arbeitskreise, denen neben dem ZDK auch die Überwachungsorganisationen angehören, zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium.

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