Eigenzulassungen bleiben 2014 weiter hoch

Autor Christoph Baeuchle

Mit knapp 30 Prozent Anteil an den Neuzulassungen liegen die taktischen Zulassungen 2013 erneut auf sehr hohem Niveau. Nur vereinzelt wollen die Marken 2014 gegensteuern.

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Die Importeure wollen auch im nächsten Jahr die taktischen Zulassungen verstärkt als Vertriebskanal nutzen. Zwar kündigten einige Marken an, mit dem Instrument etwas vorsichtiger umgehen zu wollen, doch vor einer konsequenten Einschränkung schrecken viele zurück.

In den ersten zehn Monaten haben die nationalen und internationalen Marken rund 728.200 Fahrzeuge auf Handel oder Hersteller registriert. Das entspricht einem Anteil von 29,3 Prozent an den Neuzulassungen. Bei einzelnen Marken wie Chevrolet (zur Übersicht) beträgt der Anteil der Eigenzulassungen über 50 Prozent.

Doch auch bei anderen Marken wie Honda (Eigenzulassungsquote 38,5 Prozent) und Seat (Eigenzulassungsquote 34,2 Prozent) haben die taktischen Zulassungen einen großen Anteil. Weder Günter Schnatz, Vice President Honda Deutschland, noch Manfred Kantner, Geschäftsführer Seat Deutschland, wollten sich im Rahmen einer VDIK-Veranstaltung zu dem Thema äußern.

Entwicklung „nicht dramatisieren“

Andere warnen davor, das Thema zu dramatisieren. „Wir dürfen Tageszulassungen nicht geißeln“, sagte Reinhard Zirpel, Renault-Vorstand Kommunikation und VDIK-Vizepräsident. „Auch für Tageszulassungen gibt es einen Markt, der bedient werden muss.“ Sei ein Händler nicht bereit, einem Kunden weitere Nachlässe zu gewähren, könne er ihn auf diese Fahrzeuge verweisen. Für Renault (Eigenzulassungsquote 33,2 Prozent) ist entscheidend, dass die verschiedenen Vertriebskanäle in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Ähnlich äußert sich Zirpels ehemaliger Renault-Kollege, der heutige Citro?n-Deutschland-Chef Holger Böhme. In Deutschland gebe es leider viele Schnäppchenjäger, die bedient werden wollen. Aus Sicht des Citro?n-Deutschland-Chefs ist entscheidend, dass die Fahrzeuge nicht im Handel alt werden. „Notfalls unterstützen wir sie mit Abverkaufsmaßnahmen.“

Böhme verwies darauf, dass zahlreiche Händler das Instrument nutzen, um ihre Ziele zu schaffen und entsprechende Boni zu erhalten. In den ersten zehn Monaten 2013 hatte Citro?n eine Eigenzulassungsquote von 41,6 Prozent. Selbstkritisch merkt Böhme an, dass dies zu hoch sei. „Es sollte nicht über 30 Prozent gehen.“

Stärker als die französischen Marken wollen einige asiatische Importeure den Vertriebskanal einschränken. Mit einem Anteil von 35 Prozent Eigenzulassungen liegt Kia Motor Deutschland rund sechs Punkte über dem Durchschnitt. „Wir werden in der nächsten Zeit die Tageszulassungen strenger regulieren“, kündigt Martin van Vugt, Geschäftsführer Kia Motor Deutschland, an.

Deutsche Marken geben den Takt vor

Doch zugleich wirbt van Vugt für Verständnis und verweist auf die heimischen Hersteller. „Wenn Wolfsburg einen Schnupfen hat, kommt es verstärkt zu Eigenzulassungen.“ Mit 65 Prozent Anteil sei der Markt von deutschen Marken dominiert. „Wir können dann bestimmt nicht tatenlos zuschauen.“

Auch bei Subaru gelobt man Besserung: „Um die Restwerte sowie Margen der Marke nicht zu beschädigen, orientieren wir uns an einer Größenordnung von maximal 20 Prozent Vorführwagen“, erläutert Volker Dannath, Geschäftsführer Subaru Deutschland. „Hiermit ist die Wertstabilität gesichert.“ Im Oktober schaffte die japanische Marke mit einem Anteil von rund 21 Prozent das Ziel nahezu, doch im Jahresverlauf ist Subaru mit einer Eigenzulassungsquote von 44,5 Prozent davon noch weit entfernt.

Dagegen ist Toyota an der 20-Prozent-Marke bereits angekommen, im Jahresverlauf liegen die Japaner lediglich knapp zwei Punkte darüber. Das Thema sei nicht nur in schwarz oder weiß zu sehen, betont Toshiaki Yasuda, Präsident Toyota Deutschland. Es gebe Kunden, die sich für junge Gebrauchte interessieren. Nutze die Marke den richtigen Vertriebskanal, sei dies für Kunden und Händler nicht schlecht.

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