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Eigenzulassungen des Handels steigen um 80 Prozent

| Autor: Andreas Grimm

Der unnatürliche Zuwachs der Neuzulassungen im August geht zu einem erheblichen Teil auf Eigenzulassungen des Handels im Zuge der WLTP-Umstellungen zurück. Doch auch in den Vertriebskanälen, die für echte Verkäufe stehen, ging es aufwärts.

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(Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Eine Auswertung der Neuzulassungen im August durch die Marktforschung Dataforce belegt, dass deren sprunghafter Anstieg um ein Viertel größtenteils auf Sondereinflüsse zurückgeht. Den Angaben vom Freitag zufolge sorgte allein der Fahrzeughandel für 83.385 Pkw-Erstzulassungen. Das sind 80,8 Prozent mehr als im Vergleichsmonat 2017.

Der Handel, und eingeschränkt auch die Hersteller, nutzten damit ihre letzten Chancen, Neuwagen, die nur nach dem alten NEFZ-Abgastest zertifiziert waren, hierzulande zuzulassen. Bei den Herstellern und Importeuren fiel das Zulassungsplus mit 13,9 Prozent allerdings recht moderat aus. Von dem Zulassungsdruck profitierten möglicherweise auch die Autovermieter, wenn sie Fahrzeuge zu günstigen Konditionen erwerben konnten. Auf sie wurden 27,7 Prozent mehr Fahrzeuge neu registriert.

Statistischer Nebeneffekt: Durch die vielen Eigenzulassungen waren erstmals in diesem Jahrtausend für den eigentlich zulassungsschwachen Monat August mehr als 300.000 Neuzulassungen registriert. Dieses Strohfeuer wird dem Handel in den kommenden Monaten allerdings zu schaffen machen. Nachdem im Juli und August insgesamt rund 100.000 Autos wegen der WLTP-Einführung vorgezogen zugelassen wurden, werden diese Zulassungen in den nächsten Monaten fehlen, prognostiziert Dataforce.

Allerdings war in den beiden Vertriebskanälen mit echten Verkäufen – dem Privatmarkt und im Gewerbekundengeschäft – bislang noch keine Kaufzurückhaltung zu erkennen. Im Firmenkunden- und Flottengeschäft legten die Erstzulassungen um 18,2 Prozent auf gut 76.000 Einheiten ebenfalls sprunghaft zu. Und auch für den Privatmarkt melden die Zulassungsämter immerhin ein Plus von 4,3 Prozent.

Maue Aussichten für den Privatmarkt

Allerdings ist bei den Privatkunden mehr und mehr mit einem Rückgang zu rechnen. Einerseits wegen des Wegfalls der Umstiegsprämien für Fahrer älterer Dieselmodelle, die seit Ende 2017 den Markt künstlich befeuern. Andererseits werden nun die Lieferengpässe wegen verzögerter WLTP-Abnahmen deutlich zu Tage treten.

Ein Anzeichen dafür könnte die geringere Dynamik der Auftragseingänge aus dem Inland sein. Die Zahl der Aufträge lag laut dem VDA im August auf Vorjahresniveau. Im bisherigen Jahresverlauf war er bislang leicht erhöht (+1 %).

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«