Eigenzulassungen und Diesel auf dem Rückzug

September-Marktauswertung von Dataforce

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der Neuwagenabsatz stand im September auf gesunden Füßen. In einem rückläufigen Gesamtmarkt blieben die Verkäufe an Privat- und Gewerbekunden stabil. Der Rückgang in der Zulassungsstatistik erklärt sich laut einer Auswertung der Marktforschung Dataforce fast ausschließlich mit sinkenden taktischen Zulassungen und geringere Zulassungen durch die Autovermieter.

„Die echte Marktnachfrage ist weiterhin im Aufwind“, heißt es in der September-Kurzanalyse von Dataforce. Neben der geringeren Zulassungstätigkeit in den Sonderkanälen sei zudem ein fehlender Arbeitstag eine weitere Erklärung für den Rückgang der Neuzulassungen um 3,3 Prozent. Bereinigt um den Arbeitstageffekt liegt der Rückgang bei nur 0,6 Prozent.

Nach den absoluten Verkaufszahlen legte der Firmen- und Gewerbekundenabsatz im September sogar noch leicht zu. Dieser Kundenkreis nahm 77 Fahrzeuge mehr ab als im September 2016. Das ist ein Plus von 0,1 Prozent. Von privat wurden zwar 279 Fahrzeuge weniger zugelassen als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Das ist jedoch auch nur ein Rückgang um 0,3 Prozent.

Besonders deutlich wird der gestiegene Stellenwert des Privat- und Gewerbekundengeschäfts, wenn man ihre Anteile am gesamten Neuzulassungsaufkommen vergleicht. An Privatkunden gingen zuletzt 35,5 Prozent der Neufahrzeuge, im September 2016 lag die Quote bei 34,4 Prozent. Ähnlich entwickelte sich das Gewerbekundengeschäft. Dessen Anteil kletterte von 23,9 auf 24,8 Prozent.

Im Gegenzug sinken vor allem die Eigenzulassungen des Handels. 58.626 Erstzulassungen auf Autohäuser im September bedeuten einen Rückgang um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch die Hersteller und Importeure hielten sich deutlich zurück und ließen noch 23.955 Einheiten zu (-7,0 %). Das Gesamtbild komplettieren die Autovermieter mit 31.806 Erstzulassungen (-9,0 %).

Handel und Gewerbe wenden sich vom Diesel ab

Neben dem regelmäßigen Blick auf die Zulassungskanäle analysierte Dataforce in diesem Monat noch die Entwicklung der Dieselzulassungen. Dass das Interesse an diesen Aggregaten rapide fällt, überrascht dabei nicht wirklich. Allerdings werden inzwischen auch die Gewerbekunden sowie der Handel selbst zunehmend vorsichtig. Die Dieselzulassungen der Autohäuser sanken laut Dataforce um 31,2 Prozent. Bei den Flottenzulassungen verlor der Diesel 12,3 Prozent, im Privatkundengeschäft sind es 28,4 Prozent.

Transportergeschäft bleibt im Plus

Im Transportermarkt hat sich der Aufschwung im September fortgesetzt. Die Neuzulassungen leichter Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities kletterten um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der absatzstärkte Verkaufskanal, das Gewerbekundengeschäft, wuchs dabei um 6,5 Prozent und damit stärker als das gesamte Marktsegment. Der Privatmarkt bewegte sich mit einem Plus von 4,2 Prozent in etwa auf Marktniveau. Während der Handel seine (Eigen-)Zulassungstätigkeit nur marginal erhöhte (+0,5 %), wurden auf Hersteller und Importeure 11,7 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen. Da die Stückzahlen aber gering sind, fällt diese Entwicklung kaum ins Gewicht.

Der Betrachtung des Transportermarkts liegt eine Sonderauswertung von Dataforce zugrunde. Die Zulassungen des Transportermarkts sind also n i c h t zusätzlich zum Pkw-Markt zu verstehen, sondern als Teilmenge.

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