»kfz-betrieb«-Auto-Check: Audi Q3 Sportback Ein Gefühl der Geborgenheit

Von Jan Rosenow

Ein Audi mit dem Kürzel TDI am Heck – das bürgt für guten Reisekomfort und hohe Reichweite. Hier macht auch der Schrägheck-Q3 keine Ausnahme. Und der Quattro-Antrieb vermittelt besonders im Winter das schöne Gefühl, auf jeden Fall anzukommen.

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Ein starker Diesel, Allradantrieb und eine kräftige Heizung – fertig ist das perfekte Winterauto.
Ein starker Diesel, Allradantrieb und eine kräftige Heizung – fertig ist das perfekte Winterauto.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Die höchst ansteckende Krankheit der Variantitis hat die gesamte deutsche Autoindustrie voll im Griff. Während sich die deutschen Manager über die hohe Effizienz von Tesla wundern, differenzieren sie gleichzeitig ihr Modellprogramm immer feiner aus und lassen keine Nische unbesetzt. Tesla hingegen baut im Wesentlichen ein einziges Auto – aber das in gigantischen Stückzahlen. Kein Wunder, dass das Kosten spart.

Selbstverständlich macht sich die Variantitis auch bei Audi bemerkbar: So stellte man 2019 dem Kompakt-SUV Q3 den Q3 Sportback an die Seite, der sich von der Urvariante in erster Linie durch eine schrägere Heckscheibe und durch eine früher abfallende Dachlinie unterscheidet. Wer jetzt reflexartig ein deutlich geringeres Raumangebot vermutet, der kann nach dem Einsteigen aufatmen. Denn der Platz auf der Rücksitzbank reicht immer noch gut aus für erwachsene Passagiere. Nur bei sehr großen Personen kann es mit der Kopffreiheit knapp werden.

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Die Rücksitzbank lässt sich – wenn auch mit erheblichem Kraftaufwand – verschieben. Vorn ist das Platzangebot ausgesprochen gut, die Sitzposition sehr bequem, und der Einstieg fällt leicht – hier liegt sicher auch das Erfolgsgeheimnis des SUV-Konzepts. Wer auf dem Fahrersitz Platz genommen hat, kann sich zudem über ein Ambiente freuen, das auch einem Luxuswagen gut zu Gesicht stünde. Weiche, genarbte Kunststoffe, schwarzer Lack und Zierelemente aus Aluminium ergeben zusammen ein edles Design und einen vorbildlichen Qualitätseindruck.

Der Q3 verfügt noch über ein vergleichsweise konventionell gestaltetes Cockpit, bei dem die Bedienung leichtfällt. Nur das Fehlen einer Rückfahrkamera irritierte angesichts der Fahrzeugklasse – macht sich hier schon der Chipmangel bemerkbar? Und dass das Entertainmentsystem während der Fahrt plötzlich rebootete, wirkte auch nicht besonders vertrauenerweckend. Immerhin passierte dies nur einmal, und die Navigation ging danach bruchlos weiter.

Ein SUV ist kein Sparwunder

Ganz klassisch ausgestattet war der Testwagen auch beim Antrieb. Ein Zweiliter-TDI mit 110 kW/150 PS sorgte für souveränen, aber nicht übertrieben sportlichen Vortrieb. Hier machte sich das hohe Gewicht von gut 1,7 Tonnen ebenso bemerkbar wie der Allradantrieb, der andererseits durch perfekte Traktion und hohe Fahrsicherheit glänzte. Besonders bei einem Ausflug in die zum Testzeitpunkt bereits verschneiten Alpen vermittelte der Antriebsstrang das schöne Gefühl der Geborgenheit.

Im Winter freut sich der Automobilist zudem über hohe Reichweite und eine leistungsstarke Heizung – beides zusammen kann eben nur der Verbrennungsmotor. Die Kehrseite der Medaille zeigte sich an der Tankstelle. So sparsam, wie man es dem Diesel immer nachsagt, war der Q3 nämlich nicht. Auf der Autobahn lag der Verbrauch im Durchschnitt bei gut sieben Litern auf 100 Kilometern und damit auf dem gleichen Niveau wie bei dem Audi A5 Coupé, das »kfz-betrieb« im letzten Frühjahr testen konnte – nur dass dieses einen Ottomotor und gut 100 PS mehr hatte. Ein SUV mit seinem hohen Gewicht und der großen Querschnittsfläche kann eben kein Sparwunder sein.

Trotzdem findet der Q3 Sportback sicher seine Kunden. SUV-Coupés sind eben gerade in. Und das macht es ja so schwer für die Autohersteller, von der Variantitis loszukommen. Gerade die Premiumhersteller finden für jede neue Karosserieversion auch einen Markt – und wenn eine Marke mit einem neuen Nischenmodell erfolgreich ist, dann folgen ihr andere nach. Die Frage ist nur, wie lange sich die OEMs diese Variantenvielfalt in der Produktion noch leisten können.

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