Eine starke Marke

Redakteur: Julia Mauritz

Die Besucher des Ford-Autohauses Stegmeier erwartet ein Erlebnis der besonderen Art: Neben perfektem Service gibt es ein Restaurant, eine Gebrauchtteilebörse, hochkarätige Events und mehr

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( Archiv: Vogel Business Media )

„Wir wollen unseren Kunden einen wirklichen Mehrwert bieten und den Autohausbesuch zu einem Erlebnis machen.“ Mit dieser Maxime führen Thomas Stegmaier und Jürgen Büeck das Automobilforum in Crailsheim. Schon in Sachen Architektur hebt sich das Ford-Autohaus von der Masse ab: Der Neubau eines „seelenlosen Glaspalasts“ kam für die Unternehmerfamilie Stegmaier nicht in Frage, stattdessen baute sie einen denkmalgeschützten Flugzeughangar aus dem zweiten Weltkrieg mit viel Herzblut um.

Drei Jahre ist das nun her. Auf dem 30.000 m² großen Grundstück ist ein beeindruckendes Autohaus über zwei Ebenen mit 2.500 m² Ausstellungsfläche entstanden, mitsamt Restaurant, Biergarten und Spielplatz. „Wir haben es geschafft, dass inzwischen Mütter mit ihren Kindern hierherkommen, um Kaffee zu trinken und sich auf dem Spielplatz zu vergnügen“, freut sich Thomas Stegmaier.

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Frequenz erhöhen

Das verpachtete Restaurant „Über den Wolken“ hat bis 23 Uhr geöffnet. So lange können die Servicekunden des Automobilforums auch ihren Fahrzeugschlüssel entgegennehmen oder abgeben. Zudem können die Restaurantbesucher bis 23 Uhr durch den Schauraum flanieren und sich in aller Ruhe die Autos anschauen. „Damit haben wir es geschafft, die Frequenz im Autohaus deutlich zu erhöhen. Vor allem aber kommen so auch Fahrer von Fremdfabrikaten zu uns“, bemerkt Thomas Stegmaier. Aktionen wie eine Testfahrt mit Restaurantgutschein sind ein echter Renner.

Für die höchste Frequenz aber sorgen die Veranstaltungen im Hause Stegmeier. Weit über 1 000 Gäste kommen zu den hochkarätigen Abendveranstaltungen, die unter dem Motto „Kultur im Hangar“ laufen.

Rolf Zacherl hat schon in Crailsheim gekocht, Tatort-Kommissar Miro Nemec mit seiner Band im Autohaus gespielt und Detlef D! Soost das Tanzbein geschwungen. Auch Alfred Biolek wird bald vorbeikommen. Längst hat sich der größte Ford-Partner im Landkreis Schwäbisch Hall auch zum größten Eventveranstalter in Crailsheim gemausert.

Familiäre Atmosphäre

Doch Kunden in das Autohaus zu locken ist eine Sache, sie langfristig an sich zu binden eine andere. „Wir haben viele treue Stammkunden, die oftmals schon seit Jahrzehnten zu uns kommen“, erzählt Büeck. „Sie schätzen besonders die familiäre Atmosphäre und unsere Grundsätze: Wir halten Zusagen ein, tragen die Verantwortung für die Folgen unseres Handelns und gehen fair miteinander um.“

Dass die Kunden dies tatsächlich zu schätzen wissen, zeigt der lokale Marktanteil des Betriebs von 30 Prozent und die Tatsache, dass die 11 Werkstattarbeitsplätze in Crailsheim mit täglich 20 bis 25 Servicedurchläufen voll ausgelastet sind.

Deshalb stehen die Zeichen derzeit auf Expansion: Der Baubeginn einer zweiten Werkstatt auf dem Gelände steht in Kürze an. Zudem ist geplant, noch eine zweite Marke zu vertreiben. Auch geografisch wollen Stegmaier & Büeck weiter expandieren. Gemäß dem Motto „think global, act local“ planen sie, von Crailsheim aus neben den bestehenden noch weitere Betriebe und Filialen zu eröffnen. „Wir wollen hier in Crailsheim ein Kompetenzzentrum errichten, in dem wir Spezialisten ausbilden, die wir dann in die Zweigbetriebe entsenden“, so die Vision der beiden Geschäftsführer.

Selbstständige Mitarbeiter

Gut qualifizierte Mitarbeiter sieht Stegmeier als die grundlegende Voraussetzung für seinen Erfolg an. „Wir bilden unseren Nachwuchs bevorzugt selbst aus, erziehen ihn schon frühzeitig zur Selbstständigkeit und fördern unsere Mitarbeiter während ihres gesamten Berufslebens sehr stark“, bemerkt Stegmeier. Er plant derzeit eine Reihe eigener Seminare, unter anderem Managementschulungen für Nutzfahrzeugmitarbeiter.

Belohnt wird der Geschäftsführer mit überdurchschnittlich engagierten Mitarbeitern, die neben ihren eigentlichen Aufgaben auch kräftig bei den zahlreichen Veranstaltungen mithelfen. Sie kümmern sich um das leibliche Wohl der Gäste und tragen dazu bei, dass sich das Automobilforum in gerade einmal 30 Minuten vom Autohaus in eine Veranstaltungshalle verwandelt.

Zwei Schritte voraus

Neben qualifizierten und engagierten Mitarbeitern und einem ansprechenden Ambiente ist es die Perfektion im Detail, die Ford Stegmaier & Büeck auszeichnet. Beispielhaft dafür ist die Materialverschleiß-Schautafel in der Direktannahme. Die von Ford vorgegebene Tafel genügte den beiden Autohaus-Geschäftsführern nicht. Daher haben sie diese neu gestalten lassen. Zudem steht in der Direktannahme ein Ordner bereit, der Abbildungen von den verschiedensten defekten Bauteilen enthält. „Wir gehen immer zwei Schritte weiter als die Vorgaben vom Hersteller und versuchen, alles noch ein bisschen besser zu machen“, erläutert Stagmeier seine Prinzipien.

Überall dort, wo er Lücken bei der Unterstützung vom Hersteller sieht, wird er selbst aktiv. „Ein klassisches Beispiel dafür ist das Servicemarketing, das für uns enorm wichtig ist“, bemerkt Stegmaier. „Wir haben einen eigenen Prospekt entwickelt, um den Kunden zu erklären, dass Stegmeier günstig ist.“ Alle sechs Wochen verschickt das Autohaus 126.000 Prospekte mit aktuellen Serviceangeboten, zumeist kombiniert mit einem Gewinnspiel. „Die Resonanz ist sehr gut und es reisen sogar Kunden von weiter her an“, betont der Geschäftsführer.

Gebrauchtteilebörse

Um der klassischen Abwanderung der Kunden älterer Fahrzeuge entgegenzuwirken, hat sich der Betrieb ebenfalls einiges einfallen lassen. Dank der Gebrauchtteilebörse, die in einem separaten 2.000 m² großen Gebäude auf dem Firmengelände untergebracht ist, finden sogar Bastler den Weg zum Automobilforum.

Stegmaier & Büeck bieten dort die unterschiedlichsten Ford-Gebrauchtteile an, von Autotüren über Schalldämpfer bis hin zu kompletten Getrieben. Um immer genügend Teile im Angebot zu haben, demontiert ein Mitarbeiter gebrauchte Fahrzeuge, die keinen Wiederverkäufer gefunden haben, und prüft die zum Verkauf bestimmten Fahrzeugteile.

Zusätzlich kauft das Autohaus Überbestände auf, allesamt Original-Ersatzteile. „Es kommt durchaus auch vor, dass ein Bastler, der das gesuchte Teil nicht mehr bekommt, sich in unserem Gebrauchtwagenpark umschaut, auf dem wir ständig rund 400 Fahrzeuge im Angebot haben“, schmunzelt Stegmaier.

Gebrauchte Reifen

Einen guten Umsatz erzielt der Ford-Betrieb auch mit dem Verkauf von gebrauchten Felgen und Reifen. Letztere haben allesamt eine Profiltiefe von mindestens fünf Millimetern.

Mit zahlreichen Reifenaktionen, wie der Inzahlungnahme von gebrauchten Reifen und Felgen, der Reifen- und Felgenreparatur, der Eintragungsabwicklung für Breitreifen und Alufelgen und einer Tauschbörse für Räder und Reifen, ist es Stegmaier & Büeck gelungen, den Reifenumsatz in nur zwei Jahren fast zu verdoppeln.

Das Teilegeschäft über Ebay bringt dem Autohaus einen knapp fünfstelligen Eurobetrag zusätzlich zum Thekenverkauf. Auch Smart-Repair bietet das Automobilforum an: Neben den klassischen Dellen und Windschutzscheiben repariert der Crailsheimer Betrieb auch Sitzpolster und Stoßfänger mit diesem Verfahren.

An Ideen, wie man den Kunden noch weiteren Mehrwert bieten kann, mangelt es Stegmaier & Büeck wahrlich nicht. „Wir ruhen uns nie auf unseren Lorbeeren aus, die Ideen sprudeln ständig aus uns heraus“, erzählt Stegmeier.

Tuning ausbauen

Als nächstes soll der Tuningbereich weiter ausgebaut werden. Zudem sollen „Infoinseln“ im Schauraum die Orientierung verbessern. Geschäftsleiterin Sandra Stagmeier hat ebenfalls jede Menge Ideen, wie sie den reichlich vorhandenen Platz nutzen kann: „Ich kann mir durchaus vorstellen, neben unserem Versicherungsservice, dem Reisebüro und der Mietwagenagentur noch einen Blumenladen oder einen Frisör in das Automobilforum zu integrieren.“ Wichtig sei, mit Firmen zu kooperieren, die in Crailsheim bereits einen guten Ruf genießen.

„Unsere Kunden haben einen Anspruch darauf, sich bei uns gut aufgehoben zu fühlen und Tag für Tag Kompetenz zu erfahren“, resümiert Thomas Stegmaier die Grundsätze des Unternehmens, das in diesem Jahr sein 80. Jubiläum gefeiert hat. Es ist vor allem die Mundpropaganda, die das Automobilforum zu dem gemacht hat, was es heute ist: eine starke Marke.

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