Eingedämmte Eigenzulassungen sorgen für Neuzulassungsminus

Privatmarkt erreicht langjährigen Höchststand

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der Rückgang der Neuzulassungen im März um 3,4 Prozent ist die Folge einer geringeren Dynamik in verschiedenen Neuwagensegmenten. Laut einer Auswertung der Marktforschung Dataforce ließen im vergangenen Monat allein die Privatkunden mehr Neuwagen zu als im Vergleichsmonat des Jahres 2017. Deutlich rückläufig waren dagegen die Zulassungen durch Hersteller, Importeure und den Handel.

Trotz des nominellen Rückgangs schätzen die Experten die Autokonjunktur weiterhin als robust ein. Das Minus sei einerseits zwei fehlenden Arbeitstagen geschuldet, andererseits nutzten die Hersteller die bisher kräftige Nachfrage, „um Zulassungen über die taktischen Kanäle Fahrzeugbau, -handel und Autovermieter zurückzufahren“. Tatsächlich brachten Industrie und Handel im März rund 98.600 Neuwagen zur Zulassung. Im Vorjahresmonat waren es noch 110.600 Einheiten gewesen (-10,9 %).

Die Autovermieter verbuchten einen ähnlich hohen Rückgang: Sie brachten im März 2018 noch rund 36.000 Einheiten auf die Straßen – ein Minus von 9,7 Prozent.

Ebenfalls eine deutliche Delle verzeichnete das Geschäft mit dem Gewerbekunden. In diesem Kanal summierten sich die Neuzulassungen auf 76.595 Einheiten, ein Rückgang um immerhin noch 7,1 Prozent. Da die Zulassungsentwicklung in diesem Segment in den Monaten zuvor allerdings deutlich gestiegen war, sehen die Dataforce-Analysten in dem März-Rückgang nur einen Einmaleffekt. Bereits im April sei wieder mit steigenden Flottenzulassungen zu rechnen.

Stabilisator der März-Zahlen war der Privatmarkt. Im vergangenen Monat wurden 39,2 Prozent der Neuwagen von privat zugelassen. Das ist nach »kfz-betrieb«-Aufzeichnungen der höchste Wert seit Juli 2013. Die Endkunden-Zulassungen stiegen im März um knapp 9.600 Einheiten (+7,6 %) gegenüber dem Vorjahresmonat.

Statistik verstärkt Diesel-Depression

Der Effekt des starken Privatkundengeschäfts auf den sinkenden Anteil der Dieselfahrzeuge am gesamten Neuwagenaufkommen wird ist in der aktuellen Diesel-Diskussion aus Sicht von Dataforce zu wenig beachtet. „Der Rückgang, der über die Werte der letzten Monate hinausgeht, wurde nicht von einem weiter nachlassenden Interesse am Diesel, sondern vom stärkeren Gewicht des Privatmarkts verursacht“, heißt es in einer Kurzanalyse des Datendienstes.

Entsprechend gehen die Marktbeobachter davon aus, dass der prozentuale Dieselanteil im zweiten Halbjahr wieder steigt, wenn die prognostizierte Sättigung des Privatmarktes zu rückläufigen Zulassungszahlen führt. Der Dieselanteil werde dann wieder von aktuell 31,1 auf etwa 35 Prozent zulegen.

Eine sehr ähnliche Situation wie im klassischen Pkw-Geschäft ergibt sich aus Sicht von Dataforce für den Transportermarkt. In dieser Sonderauswertung fassen die Marktbeobachter die Neuzulassungen von leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities zusammen. Die Zulassungszahlen in diesem etwa 48.000 Einheiten großen Segment waren im März ebenfalls um 3,4 Prozent gesunken, wobei wiederum allein das Privatgeschäft zulegte (+8,6 %).

Dagegen machte sich im Transportermarkt die Zurückhaltung bei den Firmenkunden deutlich bemerkbar (-7,0 %). Stark rückläufig waren die Eigenzulassungen der Hersteller (-31,8 %), etwas geringer die Zulassungstätigkeit der Händler (-2,7 %). Allein die Autovermieter blieben mit ihren Orders mehr oder weniger konstant (-0,7 %).

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