Abgasnachbehandlung Einmal Pipi nachrüsten

Von Steffen Dominsky

Seit 2018 drohen Euro-5/V-Dieseln in zahlreichen Städten Fahrverbote. Doch auch wenn das bislang nur in wenigen der Fall ist: Der Einbau eines Harnstoffsystems macht gerade bei Nutz- und Sonderfahrzeugen Sinn – Beispiel Wohnmobile und HJS.

Heinz (2. v. r.) und Timo Geiger (r.) vom Autohaus Geiger fungieren künftig als HJS-Kompetenzparter. Anlässlich des Einbaus des ersten SCR-Systems waren mit von der Partie Axel Middendorf von HJS (l.) und Thorsten Treiber von der Kfz-Innung Stuttgart (2. v. l.).
Heinz (2. v. r.) und Timo Geiger (r.) vom Autohaus Geiger fungieren künftig als HJS-Kompetenzparter. Anlässlich des Einbaus des ersten SCR-Systems waren mit von der Partie Axel Middendorf von HJS (l.) und Thorsten Treiber von der Kfz-Innung Stuttgart (2. v. l.).
(Bild: Dominsky/»kfz-betrieb«)

Es gib drei christliche Tugenden: Glaube, Liebe und Hoffnung. Nun hat das Kfz-Gewerbe mit ersten beiden eher weniger am Hut, im Gegensatz zur dritten. Die, also die Hoffnung, keimte bei vielen in Form der SCR-Nachrüstung auf. Denn dem Diesel-Abgasskandal sei Dank, sah es lange Zeit so aus, als würde Werkstätten und SCR-Anbietern ein lukratives Geschäft ins Haus stehen. Nämlich das, in Hunderttausenden von Euro-5-Dieseln ein SCR-System (engl.: Selective Catalytic Reduction – selektive katalytische Reduktion) nachzurüsten.

Ein solches ist, anders als ein Software-Update, die einzige echte Möglichkeit, diese Fahrzeuge abgastechnisch sauber(er) zu machen. In der Praxis mindestens so sauber, dass deren Halter keine Angst haben müssen, in bestimmte Städte nicht mehr einfahren zu dürfen. Doch erstens kam es anders und zweitens als man denkt. Zwar definierte Vater Staat einige Städte als „Intensivstädte“, also solche, die die EU-weiten Grenzwerte in Sachen Stickoxide (NOx) überschreiten.